Forschung und Praxis, 17.05.2005

Bessere Verträglichkeit könnte Compliance erhöhen

Obwohl inhalative Kortikoide (ICS) bei der Therapie von Patienten mit persistierendem Asthma die Mittel der ersten Wahl sind, erhalten lediglich 26 Prozent der Betroffenen eine solche Medikation, beklagte in Berlin der Fürther Pneumologe Professor Heinrich Worth, der amtierende Vorsitzende der Deutschen Atemwegsliga.

Ein Grund, warum relativ wenige Patienten mit ICS behandelt werden, bestünde in dem immer noch vorhandenen Mißtrauen der Bevölkerung gegenüber der Kortisontherapie, sagte Worth bei einem Symposium von Altana. Besonders gefürchtet seien bei den Patienten die möglichen unerwünschten Wirkungen auf die Nebennierenrinde, die Knochendichte und das Wachstum.

Ciclesonid-Inhalation einmal täglich ist ausreichend

Mit dem neuen ICS Ciclesonid (Alvesco®), das seit kurzem für Asthma-Patienten ab 18 Jahren zugelassen ist, könnten die Bedenken der Patienten künftig ausgeräumt werden, sagte Professor Helgo Magnussen aus Großhansdorf. Der Vorteil der neuen Substanz bestünde in der hohen Proteinbindung und in der schnellen Metabolisierung in der Leber.

Daher seien kaum systemische unerwünschte Wirkungen zu erwarten. Der Serum-Cortisonspiegel bleibe unbeeinflußt. Da die lipophilen Konjugate lange in der Lunge verweilen, komme es zu einer langsamen und gleichmäßigen Wirkstoff-Freisetzung. Daher genüge die einmal tägliche Ciclesonid-Inhalation.

Das Kortikoid wird erst in der Lunge zum wirksamen Metaboliten Des-Isobutyryl-Ciclesonid konjugiert. Der Mund- und Rachenbereich werde durch den inaktiven Wirkstoff weniger gereizt als bei anderen ICS, so Worth. Es komme signifikant weniger zu Pharyngitiden, Candida-Befall und Heiserkeit. Diese unerwünschten Wirkungen führten bisher bei bis zu 30 Prozent der Asthma-Patienten zum Therapieabbruch. (dru)

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