Forschung und Praxis, 26.05.2006

Spezifische Immuntherapie senkt das Risiko für Asthma

Viele Patienten mit allergischer Rhinokonjunktivitis oder saisonalem Asthma entwickeln im Laufe der Zeit ein ganzjähriges Asthma. Darauf hat Professor Karl-Christian Bergmann aus Berlin hingewiesen. Eine Möglichkeit, dies zu verhindern, sei die spezifische Immuntherapie (SIT).

Mit einer SIT können zudem organbezogene Symptome reduziert, der Medikamentenverbrauch verringert und die Lebensqualität nachhaltig verbessert werden, so der Allergologe. Über 70 Placebo-kontrollierte Studien sind Grundlage der neuen Leitlinie zur Anwendung von SIT bei IgE-vermittelten allergischen Erkrankungen (Allergo J 15, 2006, 56).

In der Leitlinie werde die subkutane Immuntherapie (SCIT) bei intermittierendem - Schweregrad I - und geringgradig persistierendem IgE-vermitteltem allergischem Asthma - Schweregrad II - unter strenger Indikationsstellung empfohlen, so der Allergologe bei einem Symposium von Alk-Scherax in Nürnberg.

Die sublinguale Immuntherapie (SLIT, etwa SLIT® one) mit Pollenallergenen könne bei Erwachsenen mit allergischer Rhinokonjunktivitis eingesetzt werden, besonders wenn eine SCIT nicht in Frage komme. Die Routineanwendung wird aber - so die Leitlinie - bei Kindern und Jugendlichen aufgrund der Datenlage bisher nicht empfohlen. Eine abschließende Bewertung wurde bis zur Vorlage weiterer Studienergebnisse zurückgestellt. (otc)

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