Ärzte Zeitung, 28.09.2006

Virusbedingte Asthmaanfälle mit Montelukast oft vermeidbar

Kinder mit Asthma profitieren von Leukotrienrezeptor-Antagonist / Weniger Exazerbationen als bei Therapie mit Scheinpräparat

MÜNCHEN (sto). Ein häufiger Auslöser vom Asthma-Exazerbationen bei Kindern sind Virusinfektionen. Mit dem Leukotrienrezeptor-Antagonisten Montelukast lassen sich solche primär virusbedingten Asthmaanfälle häufig vermeiden.

Das hat die Previa-(Prevention of virally induced Asthma)-Studie ergeben. In der Studie wurde Montelukast (Singulair®) bei 549 Kindern zwischen zwei und fünf Jahren geprüft, erinnerte Professor Ulrich Wahn von der Charité in Berlin beim Kongreß der European Respiratory Society (ERS) in München. Ausgewählt wurden Kinder, bei denen sich ein intermittierendes Asthma nach banalen Virusinfekten immer wieder verschlechterte.

Die Kinder bekamen je nach Alter 48 Wochen lang einmal täglich 4 mg oder 5 mg Montelukast oral oder Placebo. Die Zahl der Asthma-Exazerbationen habe sich unter der Therapie mit Montelukast im Beobachtungszeitraum im Vergleich zu Placebo um fast ein Drittel reduziert, berichtete Wahn bei einem von MSD unterstützten Symposium. Außerdem: Die Zeit bis zur ersten Asthma-Exazerbation betrug in der Montelukast-Gruppe im Median 206 Tage im Vergleich zu 147 Tage in der Placebo-Gruppe.

Bei Kindern mit leichtem Asthma ist die Krankheit mit Montelukast ebenso gut unter Kontrolle zu bekommen wie mit einem inhalativen Kortikosteroid. Das wurde in der randomisierten Mosaic-(Montelukast Study of Asthma in Children)-Studie mit 994 Kindern im Alter zwischen sechs und 14 Jahren belegt, die ein leichtes persistierendes Asthma hatten.

Die Therapie mit dem Leukotrienrezeptor-Antagonist sei ähnlich wirksam gewesen wie die mit Fluticason, berichtete Wahn. Die Zahl der beschwerdefreien Tage habe sich mit einmal täglich 5 mg Montelukast oral ähnlich erhöht wie mit zweimal täglicher Inhalation von jeweils 100 µg Fluticason. Beide Substanzen seien insgesamt gut verträglich.

Auf der Seite der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Pneumologie http://gpp.web.med.uni-muenchen.de/ gibt es im Download-Bereich etwa Links zu den Leitlinien und zu einer PDF-Datei zu DMP .

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