Ärzte Zeitung, 22.05.2007

Neue Geräte erleichtern die Inhalation

Verbesserte Wirkstoffdeposition in der Lunge und wenig Restvolumen / Vernebler werden technisch anspruchsvoller

MANNHEIM (grue). Inhalationssysteme für die Therapie bei Asthma und COPD sollen zuverlässig funktionieren und einfach in der Anwendung sein. In letzter Zeit sind einige neue Geräte mit raffinierten Techniken zur Inhalation von Medikamenten hinzugekommen.

Eine Asthma-Patientin bei der Inhalation ihrer Medikamente. Wichtig ist der richtige Umgang mit den Inhalatoren. Foto: ill

Das richtige Inhalationssystem für jeden Patienten zu finden, ist nicht leicht. Denn die richtige Inhalation hängt je nach Gerät von der Koordinationsfähigkeit, dem Atemfluss und der Geduld des Bedieners ab.

Schon lange am Markt sind treibgasgetriebene Dosieraerosole, die für die meisten Wirkstoffe zur Therapie bei Asthma und COPD zur Verfügung stehen. Neuere Geräte produzieren eine länger anhaltende Sprühwolke, damit die Patienten in Ruhe inhalieren können. Dennoch erfordert die zeitliche Abstimmung von Auslösevorgang und Inspiration eine gewisse Geschicklichkeit. Adernfalls kommt das Medikament nicht in ausreichender Dosis in der Lunge an, und die obstruktiven Beschwerden verschlimmern sich.

Spacer erleichtern Inhalation von Dosieraerosolen

"Um dem vorzubeugen, können
atemzuggetriggerte Dosieraerosole verwendet werden, oder der Patient benutzt einen Spacer", sagte Dr. Peter Haidl vom Fachkrankenhaus Kloster Grafschaft in Schmallenberg beim Pneumologen-Kongress in Mannheim. "Spacer erleichtern die Aufnahme von Dosieraerosolen und sind so konstruiert, dass weniger als fünf Prozent des Wirkstoffes im Mund-Rachen-Raum hängen bleibt".

Für Kinder bis zum Alter von etwa fünf Jahren sind Dosieraerosole mit Spacer ohnehin das System der ersten Wahl, so Dr. Wolfgang Kamin von der Universitätsklinik Mainz. Für sie wurde eigens der Watchhaler™ von der Firma Activaero entwickelt. Dieser Spacer hat ein kindgerechtes Design, eine Volumen- und Flusskontrolle und zeigt die richtige Inhalation visuell an.

Die aus Trockenpulver erzeugten Aerosole erfordern keine Koordination von manueller und inspiratorischer Arbeit, denn sie werden alle durch den Atemzug aktiviert. Das erfordert allerdings einen ausreichend starken Inspirationsfluss. "Älteren Kindern fällt es leichter, stark einzuatmen als ruhig zu inhalieren", sagte Kamin. "Sie kommen nach Einweisung gut mit einem Trockenpulverinhalator zurecht". Eine Neuentwicklung in diesem Bereich ist ein Pulverinhalator, der zusammen mit Budenosid als Pulmax® von IVAX Pharma angeboten wird und eine spezielle Verwirbelungstechnik nutzt. Damit gelangen selbst bei Atemflüssen um die 30 l / min genügend Feinpartikel in die Lunge.

Vernebler mit stark verringertem Restvolumen

Technische Innovationen gibt es auch bei den Verneblern, die für die Feuchtinhalation von Medikamenten verwendet werden. Sie gelten als Option für Kleinkinder und für ältere Patienten, die andere Geräte nicht nutzen können. Mit Inhalationszeiten von bis zu 30 Minuten erfordert der Umgang mit den großen Geräten allerdings viel Geduld. Auch werden letztlich nur etwa 20 Prozent der eingefüllten Dosis genutzt, denn im Vernebler bleibt ein erhebliches Restvolumen zurück.

"Weil herkömmliche Vernebler große Partikel produzieren, müssen diese mehrfach gefiltert werden und bleiben dabei zum Teil im Gerät hängen", sagte Dr. Peter Brand von der Inamed GmbH in Gauting. Das Unternehmen hat deshalb einen Membranvernebler mit stark verringertem Restvolumen entwickelt: Mit dem Akita®-Gerät wird das Medikament in genauen und reproduzierbaren Dosen aufgenommen, denn die Atmung wird elektronisch kontrolliert. "Eine individuell programmierte Smart-Card registriert jeden Atemzug und setzt das Medikament passend dazu frei", erläuterte Brand.

Diese Smart-Card wird beim Hersteller programmiert und hat verschiedene Lungenfunktionsparameter des Patienten und seinen aktuellen Medikamentenbedarf gespeichert. Auf diese Weise kann die Therapie auf das Atemmuster abgestimmt werden.

STICHWORT

Inhalationssysteme

Zur Asthmatherapie werden
Dosieraerosole, Pulverinhalatoren und Verneblergeräte verwendet. Wichtig ist es, die Patienten in die Handhabung einzuweisen und sich die Benutzung der Geräte von den Kranken vorführen zu lassen.
So steht es in der Leitlinie der
Deutschen Atemwegsliga und der Deutschen Gesellschaft für
Pneumologie. (urm)

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