COPD

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Ärzte Zeitung, 05.07.2007

Neues System erleichtert Inhalation bei COPD

Tiotropium bald als Dosieraerosol erhältlich / Tagesdosis des Anticholinergikums lässt sich damit verringern

BAD REICHENHALL (djb). Noch in diesem Jahr soll das bei chronisch-obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) bewährte lang wirksame Anticholinergikum Tiotropium (Spiriva®) mit dem Inhalationsgerät Respimat® Soft Inhaler auf den Markt kommen. Das Mittel kann damit niedriger dosiert werden als mit dem bisher verwendeten Gerät.

Das neue Gerät ist ein Dosieraerosol. Es setzt sanft und besonders langsam eine Sprühwolke frei. Die Patienten haben so mehr Zeit zum Inhalieren, so Dr. Thomas Voshaar aus Moers. Zudem sei der Anteil an feinen Wirkstoffpartikeln in der Aerosolwolke besonders hoch, betonte der Pneumologe bei einem Symposium der Unternehmen Boehringer Ingelheim und Pfizer. Die Wirkstoffdeposition in den Bronchien sei im Vergleich zu herkömmlichen Dosieraerosolen bis zu dreimal höher, und es bleibe weniger Substanz im Mund-Rachen-Raum hängen.

Das Besondere des Systems: Der Wirkstoff wird aus dem Gerät mechanisch freigesetzt. Die Geschwindigkeit, mit der die Substanz austritt, sei im Vergleich zu treibgasbetriebenen, Atemzug-getriggerten Dosieraerosolen wesentlich geringer, sagte Voshaar. Die Schwebedauer der Wirkstoffwolke sei fast siebenmal so lang. Den Patienten bleiben etwa 1,5 Sekunden für eine langsame, tiefe Inhalation. Dies sei vier- bis zehnmal länger als bei einem herkömmlichen Dosieraerosol.

Placebo-kontrollierte Studien haben ergeben, dass mit dem neuen Inhalator die Tiotropium-Tagesdosis deutlich reduziert werden kann: 5 µg Tiotropium, inhaliert in zwei Hüben mit 2,5 µg über den Respimat® Soft Inhaler, haben die gleiche bronchienerweiternde Wirkung wie 18 µg, inhaliert als Pulver mit dem bisher verwendeten HandiHaler®.

Mit dem neuen Gerät kann nach Angaben von Voshaar die erfahrungsgemäß hohe Quote der Fehler beim Inhalieren, etwa bei älteren Patienten mit Koordinationsproblemen, gesenkt werden. Das neue Dosieraerosol könne auch bei Patienten mit nur geringem Inspirationsfluss oder schwerer Atemwegsobstruktion und sogar bei beatmeten Patienten eingesetzt werden.

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