Ärzte Zeitung, 19.11.2007

Fixkombination hält Asthma in Schach

Präparat mit Beclometason plus Formoterol erzielt mehr symptomfreie Tage als freie Kombination /  Neue Studie

FRANKFURT/MAIN (hbr). Patienten mit Asthma profitieren von einer Fixkombination: Die feste Kombination aus dem inhalativen Kortikoid Beclometason und dem Beta-2-Mimetikum Formoterol führt zu mehr Tagen mit guter Asthmakontrolle als die getrennte Inhalation beider Wirkstoffe. Außerdem wird mit der Fixkombi weniger Kortikosteroid benötigt.

Eine junge Asthmatikerin inhaliert ihre Medikamente. Mit einer neuen Fixkombination werden auch die kleinen Atemwege gut erreicht.

Foto: ddp

Die feste Kombination aus Beclometason und Formoterol wird zu besonders feinen Teilchen vernebelt. Dadurch werden auch die kleinen Atemwege gut erreicht, und es bleibt weniger Substanz im Rachen zurück. Das hat Professor Wolfgang Petro von der Klinik Bad Reichenhall bei einer Veranstaltung von Janssen-Cilag in Frankfurt am Main gesagt. Außerdem würden dadurch weniger Kortikoide benötigt.

Beide Therapien bessern die Lungenfunktion ähnlich stark

In einer Studie wurde mit der Fixkombi die Lungenfunktion - gemessen am morgendlichen Peak Flow - trotz einer um 60 Prozent niedrigeren Kortikoiddosis ähnlich stark gebessert wie mit der separaten Inhalation der Substanzen. In einigen Punkten war die Fixkombination (vom Unternehmen als Inuvair® angeboten) der freien Kombination überlegen. So fiel der Anteil der komplett symptomfreien Tage signifikant höher aus. Zudem notierten die Patienten mit der Fixkombi signifikant mehr Tage mit guter Asthmakontrolle. "Gut" bedeutete in dieser Studie unter anderem: normale körperliche Aktivität, aber keine oder nur minimale klinische Symptome, keine ungeplanten Arztbesuche oder Klinikeinweisungen und höchstens zwei Hübe eines schnell wirkenden Beta-2-Mimetikums als Bedarfsmedikation pro Tag.

Die Exazerbationsrate war mit fester Kombination reduziert

Auch bei der Exazerbationsrate schnitten Patienten mit Fixkombi besser ab. Der Unterschied war zwar statistisch nicht signifikant, aber klinisch relevant. Denn mit der Fixkombi war die Gesamtzahl der Exazerbationen pro Patient um 17 Prozent niedriger, und die Rate der schweren Exazerbationen war um 32 Prozent geringer. Therapiebedürftige Exazerbationen wurden noch stärker reduziert.

An der Studie nahmen insgesamt 645 Patienten mit mittlerem bis schwerem Asthma teil. Sie erhielten sechs Monate lang drei verschiedene Therapien: Eine Gruppe wurde mit Beclometason plus Formoterol als Fixkombination in einer Tagesdosis von 400 µg Beclometason und 24 µg Formoterol behandelt. Eine weitere Gruppe inhalierte täglich 1000 µg Beclometason und 24 µg Formoterol getrennt voneinander. Die dritte Gruppe erhielt lediglich eine Monotherapie mit 1000 µg Beclometason.

Weitere Informationen zu Asthma und dessen Therapie gibt es unter www.atemwegsliga.de

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