Ärzte Zeitung, 14.04.2008

Fixkombi hält Asthma-Symptome gut in Schach

Kortison-Einnahme bei freien Kombinationen oft vergessen /  Gute Studiendaten mit Beclometason plus Formoterol

WIESBADEN (ner). Asthmatiker, die eine freie Kombination mit inhalierbarem Steroid plus Betamimetikum erhalten, vergessen häufig die Einnahme des Steroids. Denn mit solchen für die langfristige Asthmakontrolle wichtigen Substanzen spüren sie anders als bei den bronchodilatierenden Betamimetika keinen direkten Effekt. Viele Pneumologen plädieren daher für die Verordnung von Fixkombis.

"Solange gewährleistet ist, dass ein Patient eine ausreichende Dosis inhalierbarer Steroide aufnimmt, ist alles weitere eine Lifestyle-Entscheidung", sagte Professor Roland Buhl aus Mainz beim Internisten-Kongress in Wiesbaden. Das Asthma sollte zwar langfristig kontrolliert sein, aber nicht jeder Patient wolle dreimal täglich inhalieren, zweimal täglich den Peak-Flow messen und daran erinnert werden, dass er eine chronische Krankheit habe, so Buhl bei einem Symposium des Unternehmens Janssen-Cilag. Wer sich für eine niedrige Therapie-Intensität entscheide, müsse eben langfristig öfter mit Beschwerden rechnen.

Als kontrolliert gilt das Asthma, wenn die Patienten höchstens zweimal pro Woche tagsüber Symptome, nachts aber keine Beschwerden haben, wenn ihre Lungenfunktion normal ist (FEV1 über 80 Prozent des Sollwertes) und es nicht zu Exazerbationen kommt.

Beta-2-Mimetika seien für die Patienten verführerisch, weil sie scheinbar wirksamer seien als inhalierbare Kortikoide (ICS), so der Mainzer Pneumologe. Langwirksame Betamimetika sollen aber nicht als Monotherapie verwendet werden. "Deshalb bin ich ein großer Freund der Fixkombination", sagte Buhl. Denn mit solchen Präparaten sei gewährleistet, dass der Patient beide Substanzarten bekomme.

Kritik an den relativ hohen Kosten für die Fixkombis konterte Buhl mit Verweis auf relativ bessere medizinische Effekte. So brachte die fixe Kombination aus extrafeinem Beclometason plus Formoterol (vom Unternehmen als Inuvair® Mikrosol angeboten) in einer Studie mit 645 Patienten mit mittlerem bis schwerem Asthma signifikant mehr Tage ohne Symptome als die freie Kombination. Und das Asthma war an signifikant mehr Tagen kontrolliert (35 Prozent Tage ohne Symptome versus 30 Prozent).

In einer britischen Studie mit 71 Asthma-Patienten gab es mit der Fixkombination Budesonid plus Formoterol signifikant weniger Studienabbrüche wegen Erfolglosigkeit als mit den Einzelsubstanzen (drei versus zwölf Prozent).

Mehr Infos zu Asthma unter: www.atemwegsliga.de

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Was neue Onkologika den Patienten tatsächlich bringen

Ist das Glas halb voll oder halb leer? Neue Onkologika haben die Überlebenszeit von Krebspatienten in den vergangenen zwölf Jahren im Schnitt um 3,4 Monate verlängert. Dieser Vorteil geht oft zulasten der Sicherheit. mehr »

Kassen und KBVdrücken aufs Tempo

Bisher trat die Selbstverwaltung bei der Digitalisierung eher als Bremser auf. Bei den Formularen geben KBV und Kassen jetzt Gas: Im Juli kommt der digitale Laborauftrag. mehr »

"Weiterbildung auch mit Kind zügig möglich - im Verbund!"

Eine strukturierte Weiterbildung, die auch mit Elternzeit nur sechs Jahre dauert? Das ist möglich, sagt Dr. Sandra Tschürtz. Die angehende Allgemeinmedizinerin steht vor ihrer Facharztprüfung – und blickt für die "Ärzte Zeitung" auf ihre Zeit in einem Weiterbildungsverbund zurück. mehr »