Ärzte Zeitung, 07.11.2008

Rauchen steigert Effekt des Asthma-Gens

Hohes Asthma-Risiko bei Chromosomenveränderung plus Passivrauchen

PARIS (ikr). Bei Kindern mit Mutationen im Chromosom 17q21 ist das Risiko, innerhalb der ersten vier Lebensjahre Asthma zu entwickeln, deutlich erhöht. Noch viel größer ist das Erkrankungsrisiko nach aktuellen Studiendaten, wenn solche Kinder in einem Haushalt mit Rauchern aufwachsen.

Eine Arbeitsgruppe um Dr. Florence Demenais aus Paris hat insgesamt 1511 Personen - 708 Elternteile und 803 Kinder - aus 372 Familien auf Veränderungen im Chromosom 17q21 untersucht. Aus einer früheren Studie gab es bereits Hinweise, dass Mutationen in diesem Gen mit einem erhöhten Asthma-Risiko einhergehen. Ermittelt haben die französischen Wissenschaftler in ihrer aktuellen Untersuchung darüber hinaus das Rauchverhalten in den Familien (NEJM 359, 2008, 1985).

Die Ergebnisse: Signifikant erhöht war das Asthma-Risiko bei elf Genvarianten im Chromosom 17q21. Besonders stark war die Assoziation mit der Atemwegserkrankung bei den Genvarianten rs8069176, rs2305480 und rs4795400. Erhöht war das Asthma-Risiko bei Menschen mit 17q21-Mutationen aber lediglich bis zum vierten Lebensjahr, danach nicht mehr. Bei Menschen, die homozygot waren für solche Mutationen, war das Asthma-Risiko innerhalb der ersten vier Lebensjahre um den Faktor 1,7 oder mehr erhöht im Vergleich zu Personen mit anderen Genvarianten.

Bei Menschen, die bereits in der frühen Kindheit mit Rauchern zusammenlebten, war das Asthma-Risiko um den Faktor 2,3 erhöht. Bei Personen, die heterozygot waren für 17q21-Mutationen und früh zu Passivrauchern wurden, war das Risiko um das 1,9fache höher als bei Personen, die nicht in der frühen Kindheit mit Rauchern in einem Haushalt lebten.

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