COPD

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Modul: Übersicht COPD - Diagnostik, Prävention und Therapie

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Ärzte Zeitung, 19.12.2008

COPD-Kranke brauchen regelmäßig Training

COPD-Patienten profitieren von der regelmäßigen ambulanten Trainingstherapie. Denn dadurch lässt sich die körperliche Leistungsfähigkeit erhalten. Auch schwerkranken Patienten nützt die Therapie.

Von Roland Fath

Lungensport hält COPD-Patienten fit.

Foto: AG Lungensport in Deutschland e.V.

Trainingstherapie im Zusammenhang mit einer ambulanten oder stationären Rehabilitation hat bei COPD-Patienten einen hohen therapeutischen Stellenwert. Gelingt es, die körperliche Belastbarkeit deutlich zu erhöhen, verbessern sich Lebensqualität und Prognose.

Der Nutzen von mehrwöchigen ambulanten Trainingstherapien bei COPD-Patienten spiegelte sich in früheren Studien nicht immer so gut wider wie in den Erfahrungen aus der täglichen Praxis. Das berichtete Dr. Klaus Kenn vom Klinikum Berchtesgadener Land in Schönau beim Pneumo-Update in Wiesbaden.

Inzwischen wird die Trainingstherapie aufgrund der guten Datenlage mit hohem Evidenzgrad in der pneumologischen Rehabilitation empfohlen, etwa in der COPD-Leitlinie der Deutschen Atemwegsliga und der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin.

Beobachtungsstudie in Italien ausgewertet

Nach dem Ergebnis einer Meta-Analyse von 2006 hat eine vierwöchige Rehabilitation mit Trainingstherapie bei Patienten mit leichter bis mittelgradiger COPD (FEV1 von mindestens 50 Prozent) einen stärkeren Effekt auf Leistungsfähigkeit und Lebensqualität als die Therapie mit Bronchodilatatoren. Erfolgen regelmäßig ambulante Rehabilitationstherapien, kann die körperliche Leistungsfähigkeit der Patienten langfristig erhalten werden.

Das wurde in einer Beobachtungsstudie in Italien bei 48 Patienten mit mittelschwerer COPD belegt, bei denen im Verlauf von sieben Jahren insgesamt fünf ambulante Rehabilitationen über jeweils acht Wochen erfolgten. Trainiert wurde dreimal pro Woche. Das Ergebnis: Die 6-Minuten-Gehstrecke der Patienten blieb im gesamten Studienverlauf etwa konstant, die Lungenfunktion, beurteilt anhand des FEV1-Wertes, verringerte sich nur geringfügig, die Häufigkeit von Exazerbationen nahm ab, und die Score-Werte für Lebensqualität stiegen kontinuierlich.

COPD-Patienten aller Schweregrade profitieren von der Trainingstherapie, berichtete Kenn. Bei schwer kranken Patienten sei allerdings kein Gruppentraining mehr indiziert, sondern die Patienten sollten individuell ins Training eingeführt werden.

Standard zur Beurteilung der körperlichen Belastbarkeit von Patienten mit Lungenerkrankungen ist bisher der 6-Minuten-Gehtest (6-MWD). Die Ergebnisse dieses Tests sind bei COPD-Patienten auch von prognostischer Aussagekraft. In einer Studie betrug die 5-Jahres-Sterberate von Patienten mit einer 6-Minuten-Gehstrecke bis 350 m 54 Prozent und bei Patienten mit einer zurückgelegten Distanz von höchstens 250 m 74 Prozent, berichtete Kenn. Zum Vergleich: Die 6-Minuten-Gehstrecke eines Gesunden liegt bei etwa 700 m.

Zugewinn von 54 m gilt als Goldstandard

Normwerte für die 6-Minuten-Gehstrecke seien allerdings noch nicht ausreichend evaluiert, betonte Kenn. Ebenso wenig existierten einheitliche Daten, welche Verbesserungen beim 6-MWD als klinisch relevant zu werten sind. Als Goldstandard gilt ein Zugewinn von 54 m bei COPD-Patienten. In einem Cochrane-Literaturreview wurde eine Verbesserung um 48 m als klinische relevant bewertet. In einer weiteren Meta-Analyse der Daten von 460 COPD-Patienten mit einer Ausgangs-6-MWD von im Mittel 361 m korrelierte bereits eine Verbesserung um 35 m mit einer Zunahme der Lebensqualität. Bei Nicht-COPD-Patienten gibt es bisher fast keine Anhaltspunkte, welche Veränderungen klinisch relevant sind.

Organisation der Rehabilitation

Das Deutsche Renten-, Kranken- und Unfallversicherungsrecht formuliert gemäß §§3, 4 und 8 SGB IX für chronisch Atemwegskranke, die Krankheitsfolgen aufweisen, ausdrücklich einen Anspruch auf Rehabilitation. In enger Abstimmung zwischen Patient, Hausarzt und Pneumologen können ambulante Reha-Maßnahmen wohnortnah nach Akutbehandlungen beziehungsweise vor oder nach stationärer Reha erfolgen (Pneumologie 61, 2007, 394). Voraussetzung für die Einleitung einer stationären Reha sind ein Antrag des Patienten sowie ein Attest oder eine Rehabilitationsverordnung des behandelnden Arztes. Sie ist besonders bei unzureichender Besserung nach ambulanter Behandlung, vor und nach ambulanten Reha-Maßnahmen oder nach einer Krankenhausbehandlung als Anschlussrehabilitation zu erwägen. Um die Effekte einer stationären Reha aufrechtzuerhalten, ist eine langfristige Nachsorge, etwa durch Teilnahme der Patienten an ambulanten Lungensportgruppen, sinnvoll. (ikr)

Mehr Infos zu Lungensport bietet die Arbeitsgemeinschaft Lungensport in Deutschland im Internet unter: www.lungensport.org

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