Ärzte Zeitung, 05.05.2009

Sport reduziert die Gefahr für Anstrengungsasthma

Asthmakranke Kinder und Jugendliche profitieren nicht nur körperlich, sondern auch mental von Sport.

Ausdauersport ist auch gut für Asthmakranke.

Foto: Panholzer©www.fotolia.de

Da körperliches Training zu mehr Ökonomie in der Atemarbeit führt, reduziert sich der hyperventilatorische Aufwand, und die Schwelle, an der Anstrengungsasthma auftritt, wird nach oben verschoben. Auch wenn das Ausmaß der bronchialen Hyperreaktivität unverändert bleibt, kann der Aktionsradius des Patienten erheblich erweitert werden, da Anstrengungsasthma bei Trainierten erst bei höheren Belastungsstufen auftritt. Eine Studie mit asthmakranken Schulkindern und einer gesunden Kontrollgruppe hat ergeben, dass Asthmatiker durchaus in der Lage sind, die gleichen Leistungen zu erbringen wie ihre gesunden Spielkameraden. Werden sie aber inaktiv, fallen ihre Funktionswerte im Vergleich zu gesunden inaktiven Gleichaltrigen signifikant deutlicher ab.

Auch die psychologischen Effekte einer erfolgreichen sportlichen Betätigung sollten nicht unterschätzt werden, sagt Professor Josef Lecheler vom CJD Asthmazentrum Berchtesgaden. Je besser ein chronisch Asthmakranker in ein Sportprogramm integriert werden könne, desto erfolgreicher verliefen auch mentale Prozesse. Bei Kindern lassen sich dadurch unter anderen Schulleistungen verbessern.

Geeignet für Asthmakranke ist vor allem Ausdauersport. Zu beachten ist jedoch nach Angaben von Lecheler, dass Kinder, die wegen ihrer Krankheit zu sehr geschont wurden, häufig Koordinationsdefizite haben, die zuerst durch Training beseitigt werden müssen. Und noch etwas ist wichtig: Da 80 Prozent der betroffenen Kinder zumindest teilweise ein exogen-allergisches Asthma haben, sind alle Sportarten zu meiden, die einen erhöhten Allergenkontakt mit sich bringen. Reitsportarten etwa seien ungeeignet, so der Experte. Dasselbe gilt für Spiele im Freien während des frühsommerlichen maximalen Pollenfluges. Je höher Temperatur und Luftfeuchtigkeit sind, desto geringer ist die Gefahr, Anstrengungsasthma auszulösen. Schwimmen ist aus diesem Grund eine eher günstige Sportart für Asthmatiker.

Der Pneumologe aus Berchtesgaden rät, bei Kindern, die zu körperlicher Schonung neigen, vor dem ersten Training Lungenfunktionstests wie Spirometrie und Ergometrie zu machen, um den Grad des Anstrengungsasthmas zu ermitteln. Bewährt habe sich hierfür der standardisierte Belastungstest auf dem LaufbandErgometer. (ikr)

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