Ärzte Zeitung online, 29.04.2009

Auslöser von Lungenkrankheiten bei Rauchern entdeckt

FREIBURG (eb). Obwohl bekannt ist, dass die Aufnahme von Zigarettenrauch zur Einwanderung von Immunzellen in die Lunge bis hin zur Lungenvernarbung führt, sind die Ursachen für diesen Mechanismus unbekannt. Freiburger Wissenschaftler haben nun herausgefunden, dass die Produktion von Osteopontin in der Lunge durch Rauchen erhöht wird.

Auslöser von Lungenkrankheiten bei Rauchern entdeckt

Raucher mit Lungenkrankheiten hatten in der Freiburger Studie erhöhte Osteopontinspiegel.

Foto: BAO-RF©www.fotolia.de

Osteopontin ist ein Protein, das Immunzellen anlockt. Es taucht bei Fibrosen, krankhaften Vermehrungen des Bindegewebes, aber auch bei Lungen-, Magen- oder Brustkrebs auf. Osteopontin spielt im Körper immer dort eine große Rolle, wo Zellen in Kontakt mit Fremdstoffen kommen.

Um herauszufinden, ob Osteopontin die Zelleinwanderung bei Rauchern herbeiführt, haben die Wissenschaftler den Osteopontinspiegel von Rauchern mit verschieden Lungenerkrankungen sowie bei gesunden Rauchern und Nichtrauchern miteinander verglichen (Am J Pathol 174, 2009, 1692).

"Wir haben herausgefunden, dass Patienten mit Zigarettenrauch-bedingten Lungenkrankheiten über einen hohen Osteopontinspiegel verfügen, während das Niveau bei gesunden Rauchern geringer war und Nichtraucher gar kein Osteopontin produzierten", erklärt Privatdozentin Antje Prasse, Oberärztin der Pneumologie des Universitätsklinikums Freiburg. Weitere Untersuchungen zeigten, dass Nikotin die zelluläre Produktion von Osteopontin steigert und somit ein direkter Zusammenhang zwischen Osteopontinüberproduktion und Zigarettenrauchen besteht. Diese Ergebnisse weisen darauf hin, dass Osteopontin ein wichtiger Verursacher bei raucherbezogenen Lungenerkrankungen ist.

Abstract der Originalarbeit "Essential Role of Osteopontin in Smoking-Related Interstitial Lung Diseases"

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