Ärzte Zeitung, 13.08.2009

Abspecken zur Asthma-Prävention

Adipositas verdoppelt Risiko für Asthma  / Kinder sollen Fettpolster vermeiden, um sich vor Allergien zu schützen

NEU-ISENBURG (ikr). Übergewicht erhöht das Risiko für Asthma. Die Datenlage hierzu ist inzwischen so überzeugend, dass deutsche Allergologen die Vermeidung von Übergewicht, besonders bei Kindern, jetzt auch in der S3-Leitlinie zur Allergieprävention explizit empfehlen.

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Foto: Stuart Monk ©www.fotolia.de

Adipositas verdoppelt nahezu das Risiko, an Asthma zu erkranken, hat eine Metaanalyse ergeben. Sieben Studien mit Daten von mehr als 300 000 Teilnehmern wurden analysiert (Am J Respir Crit Care Med 175, 2007, 661). Mit dem Ergebnis: Je größer der Body Mass Index (BMI) ist, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, an Asthma zu erkranken - bei Frauen und bei Männern. Verglichen mit Normalgewichtigen war die Asthma-Inzidenz bei übergewichtigen Menschen (BMI über 25) um 50 Prozent erhöht, und speziell bei adipösen (BMI über 30) nahezu verdoppelt.

In absoluten Zahlen bedeutet das etwa nach dem Norwegian Health Survey: Von den mehr als 135 000 Teilnehmern waren 4 442 bereits zu Studienbeginn adipös. 4,6 Prozent von ihnen bekamen innerhalb von im Mittel 21 Jahren Asthma, von den 103 625 Normalgewichtigen nur knapp drei Prozent. Zu ähnlichen Ergebnissen war eine Metaanalyse gekommen, in der Daten von zwölf Studien bei Kindern berücksichtigt wurden (Arch Dis Child 91, 2006, 334).

Diese beiden Metaanalysen sowie die Ergebnisse von sieben Kohortenstudien und einer Fall-Kontrollstudie haben die Deutsche Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI) nun zu einer Änderung ihrer S3-Leitlinie zur Allergieprävention veranlasst (Allergo J 18, 2009, 280). Bis zum Jahre 2004, als die Leitlinie erstellt wurde, gab es lediglich Hinweise dafür, dass ein erhöhter BMI mit Asthma positiv assoziiert ist. Mittlerweile sind für die Experten so eindrucksvolle Studiendaten hinzugekommen, dass sie die Vermeidung von Übergewicht auch aus Gründen der Allergieprävention jetzt mit höchstem Evidenzgrad empfehlen.

Als eine mögliche Ursache für das erhöhte Asthma-Risiko bei Übergewicht wird der Einfluss von Entzündungsmediatoren diskutiert, die von Fettgewebe produziert werden.

Die Leitlinie zur Allergieprävention ist einsehbar unter: http://leitlinien.net/

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