Ärzte Zeitung online, 24.11.2010

Zwei einfache funktionelle Tests klären die Asthma-Diagnose

Zwei einfache funktionelle Tests klären die Asthma-Diagnose

WIESBADEN (ikr). Ob Patienten mit diagnostiziertem Asthma, die sich seit längerem in einer Phase weitgehender Beschwerdefreiheit befinden, tatsächlich Asthma haben, läßt sich in mehr als 90 Prozent der Fälle durch zwei einfache funktionelle Untersuchungen klären.

Zwei einfache funktionelle Tests klären die Asthma-Diagnose

Lungenkrankes Kind bei der Ganzkörperplethysmographie. Diese Methode ist eine wichtige Ergänzung zur Spirometrie.

© CJD Asthmazentrum Berchtesgaden

Darauf hat Professor Roland Buhl vom Universitätsklinikum Mainz beim PneumoUpdate 2010 in Wiesbaden hingewiesen. In einer Studie mit 540 Patienten wurden zur Sicherung der Asthma-Diagnose mehrere Schritte unternommen (Eur Respir J 2010; 36 (2): 255).

Im ersten Schritt wurde eine Spirometrie vor und nach Inhalation eines Bronchodilatators gemacht. Nahm nach Bronchodilatation die Sekundenkapazität um mehr als 200 ml und mehr als 15 Prozent des Ausgangswertes zu, wurde die Asthmadiagnose als gesichert angesehen.

Andernfalls wurde als nächstes eine unspezifische bronchiale Provokation mit Methacholin vorgenommen. Die Provokation wurde als positiv bewertet, wenn mit einer Methacholin-Konzentration von ≤ 8 mg / mL ein mindestens 20prozentiger Abfall der Sekundenkapazität erreicht werden konnte.

War auch diese Untersuchung negativ, wurde bei Patienten, die aktuell keine Asthma-Medikation anwendeten, die Asthma-Diagnose als ausgeschlossen gewertet. Bei allen anderen Patienten wurden weitere Provokationstests mit Methacholin nach Verringerung der Arzneimitteldosis oder Absetzen der Medikation vorgenommen, um zu klären, ob Asthma vorliegt.

Bei 329 (95 Prozent) der 346 Patienten, bei denen sich die Asthma-Diagnose bestätigte, konnte diese allein durch Spirometrie vor und nach Bronchodilatation oder eventuell eine zusätzliche Methacholin-Provokation gestellt werden.

Dies galt nach Angaben von Buhl selbst für Patienten unter einer regelmäßigen antientzündlichen Therapie, obwohl klinische Untersuchungen nahelegen, dass eine längerfristige Behandlung mit inhalativen Kortikoiden die bronchiale Hyperreagibilität abschwächt.

Ein Ausschleichen der Asthma-Medikation und wiederholte Methacholin-Provokationen zur Bestätigung oder zum Ausschluss von Asthma waren nur bei neun Prozent der Patienten erforderlich.

142 der 150 Patienten, bei denen Asthma ausgeschlossen wurde, wurde über sechs Monate nachbeobachtet. 93 (66 Prozent) dieser Patienten benötigten in diesem Zeitraum weder eine antiasthmatische Medikation noch eine Behandlung wegen respiratorischer Beschwerden.

Das diagnostische Vorgehen in der Studie könne somit als treffsicher betrachtet werden, sagte der Mainzer Experte. Wichtig sei jedoch, die antiasthmatische Dauermedikation bei nicht bestätigtem Asthma auszuschleichen und nicht abrupt zu beenden.

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