Ärzte Zeitung online, 23.03.2011

Bei Asthma auf Blutzucker und Koronarien achten

SAN FRANCISCO (ikr). Bei Asthmatikern lohnt es sich, verstärkt auf Hinweise für Diabetes und KHK zu achten. Denn Asthmakranke haben ein doppelt so hohes Risiko für Diabetes wie Nicht-Asthmatiker und ein um 50 Prozent höheres KHK-Risiko, hat eine US-Studie ergeben.

Bei Asthma auf Blutzucker und Koronarien gucken

Asthma? Dann sollten Ärzte auch auf das höhere KHK- und Diabetes-Risiko achten.

© Keith Frith / fotolia.com

Die Forscher um Dr. Hyun Don Yun vom Harbor Hospital Baltimore haben die Krankendaten von rund 2400 Patienten mit Asthma und 4800 Kontrollpersonen ohne chronisch-obstruktive Atemwegserkrankung analysiert.

Die Ergebnisse wurden jetzt bei der Jahrestagung der American Academy of Allergy, Asthma & Immunology in San Francisco vorgestellt (Abstract 293).

Demnach betrug die Diabetes-Inzidenz bei den Asthmatikern 189 pro 100.000 versus 134 pro 100.000 in der Kontrollgruppe. Die Diabetes-Inzidenz war somit bei Asthmatikern nach den Berechnungen der US-amerikanischen Forscher um den Faktor zwei erhöht.

Die KHK-Inzidenz lag bei den Asthmatikern bei 138 pro 100.000 im Vergleich zu nur 104 pro 100.000 bei den Kontrollpersonen und war 1,46-fach gesteigert, wie die Forscher aus den vorhandenen Daten berechnet haben.

Erhöht - wenn auch nicht signifikant -war bei den Asthma-Kranken außerdem das Risiko für eine Rheumatoide Arthritis sowie auch für eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung.

Die Koinzidenz der zuvor genannten Krankheiten könnte mit entzündlichen Prozessen zusammenhängen, die bei all diesen Erkrankungen von Bedeutung sind, vermuten die US-Forscher. Asthma kurbelt zum Beispiel die Produktion von proinflammatorischen Zytokinen wie Interleukin-6 an und könnte deshalb für die Entstehung einer KHK relevant sein.

Ein Schwachpunkt der Studie ist jedoch, dass Faktoren wie Übergewicht oder körperliche Aktivität nicht berücksichtigt wurden.

Möglicherweise waren in der Asthmagruppe mehr übergewichtige Patienten und mehr Patienten mit wenig körperlicher Aktivität und die Betroffenen daher anfälliger für Diabetes und KHK. Auf solche Faktoren wollen die Forscher in weiteren Studien achten.

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