Ärzte Zeitung, 20.05.2011

COPD-Exazerbation häufig durch Viren verursacht

BERLIN (gvg). Viren sind wahrscheinlich sehr viel häufiger die Auslöser einer akuten Exazerbation bei COPD als bisher gedacht.

In einer prospektiven Kohortenstudie in der Schweiz wurden bei 86 COPD-Patienten sowohl zur Aufnahme als auch nach dem Abklingen der Exazerbation nasopharyngeale Abstriche sowie Sputum mit PCR auf 14 verschiedene respiratorische Viren hin untersucht.

Bei Aufnahme hatten 51 Prozent der Patienten obere Atemwegsinfekte mit Picornaviren, humanen Metapneumoviren, Coronaviren, (Para-)Influenza-Viren oder RS-Viren. Nach der klinischen Besserung war das nur noch bei 11 Prozent der Patienten der Fall, ein hoch signifikanter Unterschied.

Somit sei bei COPD-Patienten von einer starken Übertherapie mit Antibiotika auszugehen, betonte Professor Martin Kohlhäufl aus Stuttgart. Helfen bei der Abgrenzung zwischen bakterieller und viraler Genese könne der Biomarker Procalcitonin, der unter anderem in der Hannover-Pro-II-Studie erfolgreich evaluiert wurde, aber nicht spezifisch bei COPD.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Körperlich aktive Kinder werden seltener depressiv

Bewegen sich Kinder viel, entwickeln sie in den kommenden Jahren seltener depressive Symptome. Viel körperliche Aktivität könnte daher präventiv wirken. mehr »

Generelle Landarztquote ist vom Tisch

Der Masterplan Medizinstudium 2020 ist in trockenen Tüchern. Länder können, müssen aber keine Zulassungsquote für Landärzte in spe festlegen. mehr »

Star Trek und die Ethik der Medizin

Ärztliche Fortbildung sind immer dröge Veranstaltungen? Eine Veranstaltung in Frankfurt ist der medizinethischen Wertewelt von Raumschiff Enterprise auf den Grund gegangen - und zeigt, was Ärzte aus der Serie lernen können. mehr »