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Schon einige Atempausen pro Stunde Schlaf erhöhen Hypertonie-Risiko

BERLIN (wst). Auch leichtgradige schlafassoziierte obstruktive Atmungsstörungen (OSAS) mit stündlich nur fünf bis 15 Atempausen von je mindestens zehn Sekunden Dauer können bereits deutliche Negativfolgen haben. Betroffene sollten deshalb behandelt werden. Therapie-Optionen sind unter anderen Gewichtsabnahme, Vermeidung von Rückenlage im Schlaf oder kontinuierliche nächtliche Überdruckbeatmung (CPAP-Beatmung).

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In mehreren Studien wurde belegt, daß schon leichtgradige schlafbezogene Atmungsstörungen mit vermehrter Tagesmüdigkeit, kognitiven Leistungseinbußen sowie einem erhöhten Risiko für Hypertonie, für Herzrhythmusstörungen und für Verkehrsunfälle einhergehen. Darauf wies Privatdozent Jürgen Ficker aus Nürnberg bei einem Symposium beim 46. Kongreß der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie in Berlin hin.

Für die kognitive Leistungsfähigkeit scheint schon allein Schnarchen ein Risikofaktor zu sein. So stellten Ficker und seine Mitarbeiter in einer Studie mit über 200 Medizinstudenten fest, daß nie schnarchende Kommilitonen im Schnitt signifikant bessere Examensnoten hatten als gelegentlich schnarchende. Und die waren wiederum signifikant besser als jene, die  jede oder fast jede Nacht schnarchten.

Bei übergewichtigen Patienten mit leichtgradigen OSAS ist eine Gewichtsreduktion die wohl erfolgversprechendste Therapie. Auch der Verzicht auf Alkohol und Strategien zur Vermeidung einer Apnoe-fördernden Rückenlage im Schlaf (etwa Schlafpositionstraining, Rucksackmethode) bringen bei leichtgradigen OSAS weitaus mehr als in höhergradigen Stadien.

Sind solche Maßnahmen nicht ausreichend oder lassen sie sich nicht umsetzen, stehen auch bei leichten OSAS eine nasale CPAP-Beatmung oder der Gebrauch intraoraler Protrusionsschienen zur Diskussion.

Fehlt ein deutlicher subjektiver Leidensdruck wie ausgeprägte Tagesmüdigkeit, ist die Compliance für diese Maßnahmen aber ausgesprochen schlecht, gab Ficker zu bedenken. Wenn, dann sind leichtgradig betroffene Patienten längerfristig eher von einer Kieferschiene als von der effektiveren CPAP-Beatmung zu überzeugen, so die Erfahrung des Experten.

Bei jüngeren Patienten mit klaren Kieferfehlstellungen verschwindet eine leichtgradige OSAS oft bei einer kieferorthopädischen Behandlung, die deshalb auch indiziert ist. Eine Septumkorrektur ist bei einer manifesten nasalen Obstruktion indiziert.

Als nutzlos erwiesen habe sich ein Gurgeln mit ätherischen Ölen, das den Rachen straffen solle, sowie der Gebrauch von Theophyllin. Bislang gebe es auch sonst kein Medikament, das eine OSAS bessern könnte, so Ficker.

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