Ärzte Zeitung, 10.11.2005

Rezeptor-Blocker bremst pulmonale Hypertonie

Orale Therapie mit Endothelin-Rezeptor-Antagonisten / Lebensqualität der Patienten nimmt mit Bosentan zu

WIESBADEN (mop). Die pulmonale arterielle Hypertonie (PAH) ist ohne Therapie eine rasch progredient verlaufende Erkrankung mit hoher Sterberate. In der Pathogenese hat das Peptid Endothelin eine Schlüsselfunktion. Mit dem Endothelin-Rezeptor-Antagonisten Bosentan gibt es eine wirksame orale Therapie, die auch die Überlebensrate deutlich verbessert.

Das belegen klinische Studien, die Professor Ralf Ewert von der Universität Greifswald auf einem Symposium von Actelion vorgestellt hat. An der ersten klinischen Studie nahmen 32 Patienten mit idiopathischer PAH oder PAH in Assoziation mit einer Kollagenose im NYHA-Stadium III teil.

Die dreimonatige Therapie bewirkte eine Verlängerung der prognoserelevanten Sechs-Minuten-Gehstrecke. Deutlich gebessert haben sich in der doppelblinden und Placebo-kontrollierten Studie auch hämodynamische Parameter und die NYHA-Klasse.

Die placebokontrollierte Folgestudie (BREATHE-1) hat diese Ergebnisse bei über 200 Patienten bestätigt. Außer der Verlängerung der Sechs-Minuten-Gehstrecke und der höheren Belastbarkeit ist durch Bosentan (Tracleer®) auch die Zeit bis zur klinischen Verschlechterung länger geworden.

"Das belegt, daß durch die Therapie der rasch progrediente Verlauf der PAH vermindert oder aufgehalten werden kann", so Ewert. Auch bei der Lebensqualität gaben die Patienten eine Verbesserung durch die Therapie an. Und: Die Effekte waren von Dauer.

70 Prozent der Patienten waren nach zwei Jahren Therapie noch stabil. Die Überlebensrate betrug 89 Prozent im Vergleich zu erwarteten 57 Prozent. Daher steht Bosentan heute bei PAH-Patienten der NYHA-Klasse III im Therapieschema an erster Stelle. Patienten mit systemischer Sklerose profitieren auch von einer Therapie mit Bosentan. Ohne eine Behandlung sterben 70 Prozent der Patienten in den ersten zwei Jahren.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Was neue Onkologika den Patienten tatsächlich bringen

Ist das Glas halb voll oder halb leer? Neue Onkologika haben die Überlebenszeit von Krebspatienten in den vergangenen zwölf Jahren im Schnitt um 3,4 Monate verlängert. Dieser Vorteil geht oft zulasten der Sicherheit. mehr »

Kassen und KBVdrücken aufs Tempo

Bisher trat die Selbstverwaltung bei der Digitalisierung eher als Bremser auf. Bei den Formularen geben KBV und Kassen jetzt Gas: Im Juli kommt der digitale Laborauftrag. mehr »

"Weiterbildung auch mit Kind zügig möglich - im Verbund!"

Eine strukturierte Weiterbildung, die auch mit Elternzeit nur sechs Jahre dauert? Das ist möglich, sagt Dr. Sandra Tschürtz. Die angehende Allgemeinmedizinerin steht vor ihrer Facharztprüfung – und blickt für die "Ärzte Zeitung" auf ihre Zeit in einem Weiterbildungsverbund zurück. mehr »