Ärzte Zeitung, 16.05.2006

Körpertemperatur verwandelt harmlose Pilze in pathogene

Sensor verrät Keimen, ob sie in Lunge oder Boden sind

MADISON (mut). Einige Pilze leben als harmlose Bodenorganismen. Kommen ihre Sporen jedoch in die Lunge, verändern sie Form und Stoffwechsel und verwandeln sich in gefährliche Pathogene. Wie diese Verwandlung geschieht, haben US-Forscher nun entschlüsselt. Daraus ergeben sich Ansätze für Medikamente und Impfstoffe.

Derselbe Pilz in zwei Formen: Blastomyces dermatitides bildet im Boden lange Fäden (links), im Körper dagegen Hefezellen (rechts). Foto: M. Wüthrich/Science

Wie die Forscher in der Zeitschrift "Science" (312, 2006, 583) berichten, haben einige Pilze, die bei Menschen eine Pneumonie hervorrufen können, eine Art Temperatursensor: Gelangen die Pilzsporen aus dem kalten Boden in die warme Lunge, wird ein Enzymkomplex mit der Bezeichnung Histidin-Kinase aktiviert.

Der Komplex veranlaßt einen völligen Umbau der Pilzzellen. Statt langen Fäden werden nun Hefezellen mit Virulenzfaktoren gebildet, die eine Vermehrung im Körper erlauben. Ließe sich der Histidin-Kinase-Komplex mit Medikamenten blockieren, könnte die man die gefährliche Transformation verhindern, so die Forscher.

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