Forschung und Praxis, 26.05.2006

Aufräumarbeiten verursachten starke Atembeschwerden

Ein Feuerwehrmann ruht sich bei den Aufräumarbeiten nach den Anschlägen auf das World Trade Center in New York aus. Foto: dpa

Nach den Anschlägen auf das World Trade Center (WTC) am 11. September 2001 in New York waren mehr als 14 000 Feuerwehrleute und Ersthelfer im Einsatz. Die meisten von ihnen waren auch einer massiven Belastung durch Stäube, Dämpfe und Gase ausgesetzt.

Denn längst nicht alle Einsatzkräfte waren durch Atemschutzgeräte geschützt. Viele entwickelten in den Wochen und Monaten nach den Terroranschlägen unter anderem auch mehr oder weniger stark ausgeprägte obstruktive Atemwegserkrankungen.

Wissenschaftler, die ein Jahr später mehr als 10 000 Feuerwehrleute und Helfer untersucht haben, haben bei vielen der Betroffenen zum Teil massive Atemwegsbeschwerden festgestellt, berichtete in Nürnberg der Hamburger Arbeitsmediziner Professor Xaver Baur.

Unter dem Begriff "World Trade Center cough" sind diese Beschwerden inzwischen in den Sprachgebrauch eingegangen. Damit wird ein persistierender schwerer Husten bezeichnet, der mit einer mindestens vierwöchigen Arbeitsunfähigkeit verbunden ist.

Von den untersuchten Helfern, die in den ersten Stunden nach den Anschlägen am Unglücksort im Einsatz waren, gaben acht Prozent Dyspnoe, ösophageale Refluxbeschwerden, nasale Beschwerden und andere Beeinträchtigungen an.

Von den Einsatzkräften, die weniger stark exponiert waren, berichteten etwa drei Prozent über entsprechende Beschwerden, sagte Baur. Auch 23 Prozent der Feuerwehrleute, die nicht die Kriterien für einen "World Trade Center cough" erfüllten, gaben an, unter Atemwegsbeschwerden zu leiden. (sto)

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