Ärzte Zeitung online, 03.03.2009

Forscher klären Entzündungsreaktion in der Lunge auf

BRAUNSCHWEIG (eb). Wie Entzündungsreaktionen in der Lunge entstehen haben jetzt Forscher des Braunschweiger Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung herausgefunden. Mit diesem Wissen sollen künftig neue und maßgeschneiderte Therapien für Atemwegserkrankungen möglich sein.

"Die Zellen in der Lungenschleimhaut sind in der Lage, die Immunreaktion auszubalancieren", sagt Markus Gereke von der Arbeitsgruppe. Die Zellen können sowohl entzündungsfördernd als auch entzündungshemmend wirken. Entscheidend dafür sind die Botenstoffe, die sie ausscheiden. (Am J Respir Crit Care Med, 179, 2009, 344)

Schütten sie beispielsweise den entzündungshemmenden Botenstoff TGF-beta aus, sind können sie das Immunsystem besänftigen. Sie lassen dann regulatorische T-Zellen heranreifen. Diese T-regs haben die Fähigkeit, Entzündungsreaktionen abzumildern. So können sie die Lunge vor einer zu aggressiven Immunantwort schützen, die die Atemfunktion gefährden würde.

Die Schleimhautzellen können aber auch Entzündungen verstärken, indem sie das Signal zur Erregerabwehr geben. Dazu präsentieren die Schleimhautzellen auf ihrer Oberfläche Bruchstücke eines Erregers, die von T-Zellen erkannt werden können. Die T-Zellen schalten dann auf gezielte Abwehr, wodurch Entzündungen in der Lungenschleimhaut ausgelöst werden können.

Damit seien die Schleimhautzellen überraschenderweise ein wichtiger Teil der Immunabwehr in der Lunge, so die Forscher. Diese Erkenntnisse seien wichtige Grundlagen für die Entwicklung neuer, maßgeschneiderter Therapien im Bereich chronischer Lungenerkrankungen wie Asthma und COPD. Zukünftig wollen die Forscher versuchen, weitere entzündungshemmende Botenstoffe zu identifizieren und gezielt in die Zellkommunikation einzugreifen - vor allem, um regulatorische T-Zellen zu stimulieren und so Entzündungsreaktionen zu mildern.

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