Ärzte Zeitung, 02.04.2009

Nächtliche Atemnot - manchmal ist es mehr als Asthma!

MANNHEIM (sir). Auch bei Patienten mit nachgewiesenem Asthma muss dieses nicht für alle Lungen-Symptome ursächlich sein. Neue, zusätzliche Atemwegsbeschwerden sollten stets Anlass zu weiterer Diagnostik sein.

Im Rahmen einer Kasuistikkonferenz von "Forum Lunge", die von Meda Pharma unterstützt wurde, stellte Dr. Heiner Steffen aus Landsberg am Lech die Fallgeschichte einer 14-jährigen Patientin vor. Sie litt seit drei Monaten unter vermehrtem Reizhusten mit nächtlicher Atemnot und verminderter Belastbarkeit. Dies ließ sich nicht durch ihre bereits seit sechs Jahren bestehende Asthma- Erkrankung erklären. Bei einer Körpergröße von 1,50 m wog das Mädchen 42 kg, sein Allgemeinzustand war gut, es hatte weder Fieber noch auffällige Lymphknoten. Die Ergebnisse von Auskultation und Lungenfunktionsprüfung passten zum bereits bestehenden Asthma, konnten aber nicht zur Aufklärung der akuten Beschwerden beitragen.

14-jährige Patientin hatte zusätzlich Mukoviszidose

Eine intensivierte inhalative Asthma-Therapie brachte vorübergehende Besserung. Nach neun Monaten jedoch kam die Patientin mit den gleichen, noch verstärkten Symptomen und zusätzlich gelblichem Auswurf wieder in die Praxis. Die Lungenfunktionsprüfung brachte keine neuen Erkenntnisse. Das Thorax-Röntgenbild zeigte unter anderem oberfeldbetonte, zum Teil retikuläre, zum Teil alveoläre Einlagerungen. Eine Entzündung wurde im Labor nicht nachgewiesen, auch waren die Immunglobuline nicht erhöht.

Zu diesem Zeitpunkt, "als nicht mehr alles so recht zum Asthma passte", veranlasste Steffen außer einer Sputum-Diagnostik auch eine CT-Morphologie, welche Bronchiektasen zeigte. Darüber hinaus ordnete der Kollege "bei dieser untergewichtigen Patientin" einen Schweißtest an. Und der brachte schließlich des Rätsels Lösung: "Die erhöhte Leitfähigkeit ließ auf eine Mukoviszidose schließen", berichtete Steffen. Flammenphotometrische und molekulargenetische Untersuchungen bestätigten diese. "Auch Asthmapatienten haben eben nicht immer nur Asthma", erinnerte der Internist und Pneumologe.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

ALS ist mit Demenz eng verwandt

Stephen Hawking ist wohl der berühmteste Patient, der an Amyotropher Lateralsklerose leidet.Forscher haben nun herausgefunden, dass ALS und temporale Demenz eng verwandte Krankheitsbilder sind. Das könnte Einfluss auf das Diagnoseverfahren haben. mehr »

Innovationsfonds startet in die Versorgungsrealität

Der Innovationsfonds ist offiziell in die Umsetzungsphase gestartet. Die 300 Millionen Euro für das Jahr 2016 teilen sich 91 Versorgungs- und Forschungsprojekte. mehr »

Sind Computer bald die besseren Psychotherapeuten?

Immer mehr Online-Psychotherapien drängen auf den Markt. Die meisten sind weder besonders einfühlsam noch allzu intelligent. Dennoch sind die Erfolge erstaunlich. mehr »