Ärzte Zeitung online, 19.07.2010

Sportmediziner fordern Werbeverbot für Tabak

FRANKFURT/MAIN (dpa). Vereine und Schulen müssen nach Ansicht deutscher Sportärzte für einen rauchfreien Sport sorgen. Dazu gehöre auch, dass Tabakwerbung und -sponsoring in Sporteinrichtungen verboten wird, heißt es in einer am Montag verbreiteten Mitteilung der Deutschen Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention in Frankfurt/Main.

Schließlich, so die Fachgesellschaft, werde die Leistung in Ausdauersportarten durch das Rauchen um rund 15 Prozent gesenkt, und eine Zigarette erhöhe die Herzfrequenz um 10 bis 20 Schläge, gleichzeitig steige der Blutdruck.

Auch werde die Durchblutung der Herzkranzgefäße allein durch 30-minütiges Passivrauchen erheblich vermindert, was sich direkt auf die körperliche Leistungsfähigkeit auswirke, warnte die Gesellschaft.

Sie verwies zugleich auf Erkenntnisse der US-Gesundheitsbehörden CDC, wonach jugendliche Raucher fast dreimal so häufig an Kurzatmigkeit leiden wie Nichtraucher. Außerdem verschwenden Raucher im Wettkampf unnötig viele Herzschläge, um mit Nichtrauchern mitzuhalten.

Die Gesellschaft der Sportmediziner richtete ihren Appell gemeinsam mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum Heidelberg an Sportler, Vereine und Verbände.

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