Ärzte Zeitung, 05.11.2014

Kommentar

Pertussis-Schutz beachten!

Von Thomas Müller

Dank guter Impfraten kennt kaum noch jemand die Schrecken einer Pertussis-Epidemie. Doch zum einen erleichtert eine gewisse Impfmüdigkeit dem Erreger die Persistenz in Europa, zum anderen hat die Impfung eine Schwachstelle - sie kann bei Säuglingen erst im dritten Lebensmonat erfolgen.

So wundert es kaum, dass der Erreger auch in Industrieländern immer wieder Opfer fordert.

Vor allem Säuglinge sind dabei die Leidtagenden - trotz intensivmedizinischer Behandlung sterben etwa drei Prozent der Erkrankten. Dies ist zuletzt bei einem Pertussis-Ausbruch vor zwei Jahren in Großbritannien deutlich geworden, als die Zahl der erkrankten und gemeldeten Säuglinge fünf- bis zehnfach höher lag als in den Jahren zuvor.

Damals hat ein rasch aufgelegtes Notimpfprogramm für Schwangere offenbar noch größeren Schaden verhindert.

Aber solche Programme sollten eigentlich nicht nötig sein, denn der beste Schutz für Säuglinge sind geimpfte Erwachsene.

Die STIKO empfiehlt allen, die mit Säuglingen und deren Familien in engen Kontakt kommen, eine Pertussis-Impfung im Abstand von zehn Jahren. Vor allem Frauen mit Kinderwunsch brauchen einen guten Impfschutz.

Dieser sollte auch dann einleuchten, wenn nicht gerade Schreckensnachrichten über kurz nach der Geburt gestorbene Kinder die Runde machen.

Lesen Sie dazu auch:
Pertussis-Impfung: Nicht nur Schwangere profitieren

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