Ärzte Zeitung online, 10.03.2009

Lidschäden mehren sich - Augenärzte warnen vor Billig-Operationen

DÜSSELDORF (dpa). Vor Schönheits-Operationen am Augenlid zum Billigtarif im Ausland haben Augenärzte am Dienstag in Düsseldorf gewarnt. Die Zahl von Patienten, die ihre Augenlider nach missglückten Operationen nicht mehr richtig schließen konnten, sei in der jüngeren Vergangenheit stark gestiegen

Darauf wies Dr. Uwe Press hin, Chefarzt des Zentrums für Augenheilkunde am Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Trier. "Vorsichtig geschätzt" müssten in Deutschland mittlerweile rund 200 Menschen jährlich mit Lid-Fehlstellungen nach misslungenen Schönheits-Ops behandelt werden, die zumeist im Ausland zu Billig-Tarifen operiert worden seien.

Allein in seinem Krankenhaus, das zu den größten europäischen Zentren für plastische Chirurgie rund um das Auge zählt, sei die Zahl der jährlichen Fälle von Lidschluss-Problemen von 20 vor wenigen Jahren auf nun fast 70 Patienten angestiegen, sagte der Facharzt. In Extremfällen komme es sogar zu Hornhaut-Geschwüren, weil das Auge vom defekten Lid nicht mehr genügend benetzt werden könne.

Selbstverständlich gebe es auch in Thailand oder in Indien fähige Spezialisten, die hervorragende Arbeit leisten könnten. Im Ausland sei die Gefahr aber deutlich größer, auf weniger erfahrene Ärzte zu stoßen, sagte Press der dpa am Rande der Augenärztlichen Akademie Deutschland in Düsseldorf. "Eine kritische Prüfung von Klinik und Operateur ist eher im Inland möglich." Warum es besonders seit dem vergangenen Jahr eine starke Zunahme von Patienten mit Lid-Fehlstellungen gebe, sei selbst für Experten völlig unklar.

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