Ärzte Zeitung online, 28.04.2009

"Goldener Mais" soll Vitaminmangel in Entwicklungsländern lindern

MADRID/WASHINGTON (dpa). Rund die Hälfte der Weltbevölkerung hat bisweilen tödlichen Vitaminmangel, betroffen sind vor allem die Menschen in den Entwicklungsländern. Abhilfe könnte nach Ansicht von Wissenschaftlern ein gentechnisch veränderter Mais schaffen

Der rötlich gefärbte "Goldene Mais" enthält unter anderem 169 Mal mehr Beta-Carotin als normaler Mais. Dabei handelt es sich um ein Provitamin, das vom menschlichen Organismus zu Vitamin A umgebaut wird. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO erblinden jährlich bis zu eine halbe Million Kinder, weil sie zu wenig davon bekommen.

Die von einem Forscherteam um den US-Biochemiker Professor Paul Christou an der Universität Lleida im Nordosten Spaniens entwickelten Pflanzen enthalten zudem sechsmal mehr Vitamin C sowie doppelt so viel Folsäure (PNAS online vorab).

Bereits vor einigen Jahren hatten Forscher einen "Goldenen Reis" entwickelt, der ebenfalls reich an Beta-Carotin ist. Umweltschützer und Ernährungswissenschaftler kritisierten jedoch, es könnten nicht für alle Mangelerscheinungen passende Pflanzen geschneidert werden. Statt viel Geld in die gentechnische Veränderung einzelner Pflanzen zu investieren, sollten die Menschen in den Entwicklungsländern besser mit einer ausgewogenen und gesunden Ernährung versorgt werden, so der Tenor.

Der "Goldene Mais", der nach Angaben Christous fünfmal mehr Beta-Carotin als der "Goldene Reis" enthält, dürfte ähnliche Kritiken hervorrufen.

Abstract der Studie "Transgenic multivitamin corn through biofortification of endosperm with three vitamins representing three distinct metabolic pathways "

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