Ärzte Zeitung, 26.10.2011

Stubenhocker sind häufiger kurzsichtig

ORLANDO (eis). Besser sehen durch frische Luft? Wenn Kinder viel draußen herumtollen, ist das offenbar besser für die Gesundheit ihrer Augen. Das haben britische Forscher herausgefunden.

Stubenhocker sehen schlecht

Eine britische Studie ergab: Kurzsichtige Kinder verbringen weniger Zeit im Freien.

© photos.com PLUS

Britische Forscher von der Uni Cambridge haben in einer Metaanalyse von acht Studien mit mehr als 10.000 Teilnehmern belegt: Kurzsichtige Kinder verbringen im Mittel 3,7 Stunden weniger pro Woche an der frischen Luft als Kinder mit normaler Sicht oder mit Weitsichtigkeit.

Die Studie ist jetzt beim Jahrestreffen der American Academy of Ophthalmology in Florida vorgestellt worden.

Scharfsehen auf Distanzen

Als Ursachen für den günstigen Effekt der Outdoor-Aktivitäten wird verstärkter Gebrauch der Augen zum Scharfsehen auf Distanzen vermutet, aber auch eine erhöhte Exposition mit natürlichem ultravioletten Licht oder auch die körperliche Aktivität.

Kurzsichtigkeit ist heute bei Kindern in UK und in den USA viel häufiger als vor 30 Jahren.

[26.10.2011, 18:49:33]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Anders herum wird ein Schuh daraus...
Manche kurzsichtigen Kinder gehen nicht so gerne raus, weil sie ohne Brille leichter hinfallen und sich verletzen. Und mit Brille fühlen sich manche hässlich oder werden ausgegrenzt.

Bei Senioren ist es wegen der verbreiteten Altersweitsichtigkeit übrigens so, dass seit 30 Jahren viel weniger Bücher oder Zeitschriften gelesen, sondern lieber TV-Sendungen angesehen werden. Die notwendigen Studien müsste ich mir für die Publikation einer weiteren, unintelligenten und völlig wertlosen Metaanalyse noch zusammen suchen.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
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