Mittwoch, 5. August 2015
Ärzte Zeitung, 18.12.2012

AMD

Neues Medikament erhält die Sehkraft

Mit einem neuen Mittel lassen sich bei feuchter altersbedingter Makuladegeneration die Behandlungsintervalle gegenüber der Standardtherapie verlängern.

FRANKFURTMAIN. Mit Aflibercept (EYLEA®) lässt sich die Sehkraft nicht nur erhalten, sondern oft sogar verbessern, berichtete Professor Frank Holz bei einer Veranstaltung des Unternehmens Bayer HealthCare in Frankfurt am Main.

Dies belegen die zwei Phase-III-Studien VIEW 1 & 2 mit über 2400 Patienten (Ophthalmology 2012; 119: 2537-2548 und ARVO 2012, Abstract 6962).

Darin erzielte die intravitreale Injektion von Aflibercept nach initial dreimal monatlicher Applikation in einem nachfolgenden zweimonatlichen Therapieintervall eine andauernde Verbesserung der Sehkraft.

Das Schema erwies sich dem von Ranibizumab im monatlichen Rhythmus als klinisch äquivalent, so der Direktor der Uni-Augenklinik Bonn.

Bei über 90 Prozent der Patienten in allen Studienarmen blieb die Sehkraft erhalten, definiert als Verlust von weniger als 15 Buchstaben auf der ETDRSTafel (Early Treatment Diabetic Retinopathy), gemessen an korrekt erkannten Buchstaben.

Auch die mittlere Verbesserung der Sehkraft, bestimmt an der durchschnittlichen Zahl der zusätzlich erkannten Buchstaben nach 52 Wochen Studiendauer, lag bei allen Gruppen bei einem Zugewinn von über acht Buchstaben.

Zirka 30 Prozent der Patienten in allen Studienarmen verbesserten ihre Sehkraft sogar um mehr 15 Buchstaben. Der Anstieg der Sehkraft wurde schon bald nach der ersten Injektion erzielt, wie Holz ausführte.

In der explorativen Studienphase in Woche 52 bis 96 wurden beide Medikamente mindestens quartalsweise angewendet. Die Ergebnisse aus dem ersten Studienjahr wurden in allen Therapiearmen weitgehend gehalten.

Das kürzlich in der EU zugelassene Aflibercept ist ein rekombinantes Fusionsprotein, das den Wachstumsfaktor VEGF (Vascular Endothelial Growth Factor) bindet. VEGF fördert die pathogene Neubildung von Blutgefäßen im Auge, die zur Entstehung der neovaskulären AMD führen. (rha)

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