Ärzte Zeitung online, 17.11.2015

LRS

Bei Legasthenie-Verdacht erst zum Augenarzt!

MÜNCHEN. Nicht jede Leseschwäche bei Schulkindern ist zwangsläufig eine Lese- und Rechtschreibstörung (LRS). Oft liegt es an den Augen und eine Brille kann die Fehlsichtigkeit ausgleichen. Die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) rät in einer Mitteilung deshalb bei Verdacht auf LRS zu einer augenärztlichen Untersuchung.

Auch bei einer bestehenden Legasthenie kann eine Sehstörung die Symptome zusätzlich verstärken. Empfehlungen für die Diagnostik und Behandlung einer LRS gibt eine Leitlinie, an der die DOG mitgewirkt hat. (eb)

Die Leitlinie steht im Internet unter www.kjp.med.uni-muenchen.de/forschung.php unter dem Menüpunkt "Leitlinie LRS" zur Verfügung.

[17.11.2015, 21:56:45]
Dr. Fritz Gorzny 
Wenn da wirklich alles geprüft würde
Grundsätzlich muß jedes Kind mit Les-Rechtschreibschwäche zum Augeenarzt um eine evtl. notwendige Brille unter Cycloplegie zu bestimmen, was ja auch regelmässig geschieht. Danach erhalten die Eltern häufig die Botschaft: Ihr Kind hat Adleraugen, die Legasthenie hat nichts mit den Augen zu tun sondern hat andere Ursachen. Die Eltern suchen nun verzweifelt andere Wege um ihre Kinder aus der Legastheniefalle zu befreien.Was nur selten gelingt.
Hätte der Augenarzt das Kind genauer auf eine Störung des beidäugigen Sehens, der assoziierten Heterophorie am Polatest, untersucht und dabei Abweichungen von der Norm gefunden und mit einer Spezialprismenbrille korrigiert,wäre dem KInd sicherlich geholfen worden. Warum geschieht das aber so selten? Nun die Lehrmeinung in der Ophthalmologie geht davon aus, das Abweichungen vom beidäugigen Sehen,sog. Heterophorien, eigentlich bei fat jedem Menschen zu beobachten sind also eine Normvariante darstellen, mit der jeder auch ohne Hilfe zurecht kommen müßte. Andererseits sind Heterophorien die häufigste Uersache für asthenopische Beschwerden, Kopfschmerzen und eben auch Legasthenie. Deshalb muß eine genaue Analyse der binokularen Funktionen durchgeführt werden und muß eine Heterophorie prismatisch ausgeglichen werden, wenn der kleine Patient nicht in das gigantische Heer von geschätzten 7 Millionen Legastenikern rekutiert werden soll.
Sollte der um Rat gefragte Augenarzt diese Leistung ablehnen oder als unsinnig zurüchweisen,sollte der Rat eines darauf spezialisierten Optometristen eingeholt werden, der dann leider ohne Kostenerstattung durch die Krankenkassen eine hifreiche Spezialbrille anfertigen kann.
Dr.F.Gorzny Augenarzt, Vizepräsident der Internationalen Vereinigung für gutes Sehen(IVBS) Infos unter IVBS.org zum Beitrag »

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