Ophthalmologie

Prothesen für die Netzhaut optimiert

Forscher verglichen die Antwort des visuellen Systems im Hirn eines Nagetieres auf natürliche visuelle Reize und auf durch Netzhautprothese hervorgerufene Reize.

Veröffentlicht:

BERLIN. Dank Netzhautprothesen können bestimmte erblindete Menschen zwar Lichtsignale erkennen, aber kein klares Bild sehen. Um die Prothesen zu verbessern, haben Forscher die Faktoren analysiert, die die Bildauflösung der Prothesen begrenzen.

Eine Netzhautprothese besteht aus drei Komponenten: einer Kamera (in die Brille integriert), einer elektronischen Mikroschaltung (die die Kameradaten in ein elektrisches Signal umwandelt) und einer Elektrodenmatrix (die ins Auge implantiert wurde und mit der Netzhaut verankert ist).

Mit diesen Implantaten können völlig blinde Patienten visuelle Signale als helle Flecke wahrnehmen. Derzeit sind diese Signale leider nicht so deutlich, dass Gesichter erkannt werden können oder dass der Patient sich vollständig unabhängig bewegen kann, heißt es in einer Mitteilung des Wissenschaftsportals der Französischen Botschaft in Berlin.

Um das System zu optimieren, verglichen Forscher die Antwort des visuellen Systems im Hirn eines Nagetiers auf natürliche visuelle und auf durch die Prothese hervorgerufenen Reize (eLIFE, 2016; 5: e12687). Ergebnis: Die Prothese aktiviert die Sehrinde des Nagers an der richtigen Stelle, die Aktivierungen sind aber zu groß und zu langgestreckt.

Grund dafür ist eine übermäßige elektrische Verteilung in der Elektrodenmatrix sowie die unerwünschte Aktivierung von Sehfasern in der Nähe der Zielzellen. Aus diesen Ergebnissen haben die Forscher zunächst die Eigenschaften der Prothese/Netzhaut-Schnittstelle abgeleitet und so die Leistung der Prothese verbessert.

Beteiligt an der Studie waren Forscher unter anderem des französischen Zentrums für wissenschaftliche Forschung, der französischen Behörde für Atomenergie und alternative Energien und des französischen Instituts für Gesundheit und medizinische Forschung, der staatlichen Krankenhauseinrichtung von Marseille und der Universität Aix-Marseille . (eb)

Mehr zum Thema

Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft

Rote-Hand-Brief zu Atropinsulfat

Kommentare
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Das war der Tag: Der tägliche Nachrichtenüberblick mit den neuesten Infos aus Gesundheitspolitik, Medizin, Beruf und Praxis-/Klinikalltag.

Eil-Meldungen: Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Neuer Hoffnungsträger

Homotaurin-Prodrug bremst Alzheimer

Gesundheitskongress des Westens

KBV-Chef Gassen fordert: Vergütungsreform muss die Patienten einbeziehen

Lesetipps
Schwere Infektionen mit Antibiotika richtig behandeln: Behandlungsmythen, die so nicht stimmen.

© bukhta79 / stock.adobe.com

Richtig handeln bei Infektionen

Drei Mythen bei der Antibiotika-Therapie auf dem Prüfstand