Ärzte Zeitung, 12.01.2004

Antidepressiva wichtig bei Demenz

Viele Alzheimer-Patienten haben Depressionen / Medikamentöse Therapie hilft

FRANKFURT/MAIN (mal). Antidepressiva sollten bei Patienten mit mittelschwer ausgeprägtem Morbus Alzheimer nicht mit allzu großer Zurückhaltung verordnet werden, fordert Privatdozent Martin Haupt vom Neuro-Centrum in Düsseldorf.

"Es ist manchmal wirklich schlimm zu sehen, wie Alzheimer-Kranke ihre eigene Krankheit spüren und darüber depressiv werden", sagte Haupt bei einer Veranstaltung der Unternehmen Eisai und Pfizer in Frankfurt/Main. Das werde dann immer noch gerne als reaktive Depression abgetan mit den begleitenden Worten: "Das ist doch klar. Wer so eine Krankheit hat, muß sich halt damit auseinandersetzen, aber machen kann man da nichts!"

"Das ist nicht richtig!", sagt Haupt. Antidepressiva helfen sehr gut, "wenn man sie einsetzt", vor allem auch dann, wenn die Kommunikation mit dem Kranken nicht mehr so gut klappt. "Im mittleren Alzheimer-Stadium sind wir ja gerade in einem Abschnitt der Krankheit, wo wir nicht mehr ein psychotherapeutisch differenziertes Gespräch etwa über Verarbeitungsmuster bei Depressionen führen können", so Haupt. Hier können Medikamente, etwa SSRI, helfen, Stimmung und Befinden der Kranken zu bessern.

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