Ärzte Zeitung, 21.09.2004

RDS-TEST

Zwei Aufgaben helfen weiter

Der Rapid Dementia Screening Test (RDST) enthält nur zwei Aufgaben. Er dauert etwa drei, mit Vorbereitung und Auswertung fünf Minuten.

Zunächst müssen in einer Minute möglichst viele verschiedene Waren in einem Supermarkt genannt werden. Abhängig vom Alter - unter oder über 60 Jahre - werden für die Zahl genannter Begriffe Punkte vergeben.

Hier hat ein Patient beim Zahlen-Umwandeln deutlich Schwierigkeiten. Zusammen mit den Ergebnissen der Supermarkt-Aufgabe ergibt sich ein Demenz-Verdacht.

Dann werden Zahlen in Zahlworte umgeschrieben und umgekehrt. Für jede korrekte Umwandlung gibt es einen Punkt. Bei gröberen Fehlern wie der schrittweisen Verarbeitung (hier wird etwa zum Zahlwort sechshunderteinundachtzig die Zahl 60081 geschrieben) gibt’s keinen Punkt.

Abhängig von der Gesamtpunktezahl liegt eine altersgemäße kognitive Leistung vor, eine leichte kognitive Beeinträchtigung oder es besteht der Verdacht auf eine Demenz.

Für Privatdozent Dr. Pasquale Calabrese aus Bochum, der den RDST mit entwickelt hat, kommt der RDST etwa zum Screening bei allgemeinen subjektiven Beschwerden infrage. Bei konkreteren, fremdanamnestisch bestätigten Angaben zu Hirnleistungsstörungen plädiert er für den DemTect, bei dem ja zwei der fünf Untertests eine Supermarkt-Aufgabe und ein Zahlen-Umwandeln wie im RDST sind. Bei ähnlicher Sensitivität sei der DemTect zur Demenz-Diagnostik etwas spezifischer, "da er mehr Dimensionen der Demenz abfragt", so Calabrese zur "Ärzte Zeitung".

Den RDST gibt es bei: Janssen-Cilag GmbH, Customer-Service, Raiffeisenstraße 8, 41470 Neuss, Tel.: 02137 / 955 955

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