Ärzte Zeitung, 03.11.2004

Mit kleinen künstlichen Molekülen gegen Alzheimer

Toxische Amyloid-Klumpen in Neuronen verhindert

Modelle künstlicher kleiner Moleküle, projiziert auf die elektronenmikroskopische Aufnahme von Neuronen in einer Kulturschale. Foto: ©Science/Isabella A. Graef

STANFORD (ple). Künstlich hergestellte kleine Moleküle können helfen, jene großen Eiweißmoleküle, die bei Morbus Alzheimer zu toxischen Amyloid-Aggregaten verklumpen, zu verhindern. Sie sind damit Ausgangspunkt für die Entwicklung neuer Medikamente gegen Alzheimer. Synthetisiert haben solche kleinen Moleküle Forscher aus Stanford in Kalifornien (Science 306, 2004, 865).

Weil aber die kleinen Moleküle in therapeutischen Dosen von sich das Verklumpen nicht verhindern, mußten sich die Wissenschaftler eines Tricks bedienen: Sie bauten kleine Moleküle, die sich mit der einen Seite an das Amyloid heften und mit der anderen an große Helfer-Proteine, die Chaperone. In dieser Formation verhinderten die kleinen Moleküle in Nervenzellen tatsächlich, daß toxische Amyloid-Klumpen entstanden.

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