Ärzte Zeitung, 16.12.2004

Bei Alzheimer kann Wechsel der Therapie lohnen

BERLIN (djb). Wenn bei Alzheimer-Patienten eine Nootropika-Behandlung nicht genug Erfolg hat, lohnt es sich, einen Versuch mit dem Cholinesterasehemmer Donepezil zu machen. Das geht aus einer Praxisstudie mit 906 Alzheimer-kranken Patienten hervor.

Die Ergebnisse der Anwendungsbeobachtung hat Dr. Bernd Ibach vom Bezirksklinikum der Universität Regensburg in Berlin vorgestellt. 642 der 906 Patienten mit Morbus Alzheimer waren zuvor mit Nootropika wie Piracetam oder Nicergolin, 111 mit Memantine behandelt worden, aber mit nicht ausreichendem Erfolg. Die übrigen 153 Patienten hatten keine antidementive Therapie erhalten.

Die Studienteilnehmer waren im Mittel 73 Jahre alt, hatten seit durchschnittlich 31 Monate Symptome einer leichten bis mittelschweren Alzheimer-Demenz und im Mini-Mental-Test im Mittel 18 Punkte. Maximal sind 30 Punkte erreichbar. Etwa 60 Prozent hatten Begleiterkrankungen.

Die Patienten wurden auf Donepezil (Aricept®) umgestellt, weil etwa die bisherige Therapie nicht gut wirksam war, und da Donepezil mit bei einmal täglicher Einnahme einfach zu handhaben ist. Zunächst erhielten die Patienten täglich 5 mg, nach vier Wochen 10 mg, wie Ibach bei einem von Eisai und Pfizer unterstützten Symposium bei der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie berichtet hat.

Nach Start der Therapie besserte sich innerhalb von 14 Wochen die kognitive Leistungsfähigkeit um mindestens drei Punkt im Mini-Mental-Test. 13 Prozent der Patienten besserten sich sogar um sechs Punkte.

Die Ärzte beurteilten die Wirksamkeit von Donepezil bei 80 Prozent der Patienten als sehr gut bis befriedigend und die Verträglichkeit bei über 90 Prozent als gut bis sehr gut. Die Lebensqualität wurde bei 70 Prozent der Patienten und der Angehörigen von den Kollegen als verbessert eingestuft.

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