Ärzte Zeitung, 28.01.2005

Schlachtfleisch ist BSE-sicher

Maßnahmen genügen / Fütterungsversuche mit Primaten

FONTENAY-AUX-ROSES (Rö). Die Maßnahmen zum Schutz vor Übertragungen des BSE-Erregers - Tests von Rindfleisch und Entfernung der neuronalen Gewebe aus den geschlachteten Rindern - reichen aus, das Fleisch für die Ernährung sicher zu machen. Darauf lassen Daten schließen, die jetzt in "The Lancet" online veröffentlicht worden sind.

Dr. Jean-Phillipe Desleys vom Commissariat a l’Energie Atomique in Fontenay-aux-Roses in Frankreich hat mit Fütterungsversuchen bei Makaken überprüft, welche Menge BSE-Material nötig ist, eine schwammartige Gehirnerkrankung auszulösen, die der Variante der Creutzfeldt-Jakob-Erkrankung beim Menschen ähnelt.

Dazu wurden an zwei Primaten je fünf Gramm Gehirngewebe einer infizierten Kuh verfüttert. Einer der Affen bekam nach 60 Monaten die Gehirnerkrankung, der andere nicht. Mit diesen Daten und Ergebnissen aus weiteren Studien hat Desleys abgeschätzt, daß ein Mensch insgesamt 1,5 Kilogramm Nervengewebe einer infizierten Kuh essen müßte, bei der der BSE-Test wegen zu geringer Erreger-Konzentration falsch negativ war. Eine Erreger-Übertragung ist somit sehr unwahrscheinlich.

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