Ärzte Zeitung, 20.06.2005

Software hilft bei der Diagnose von M. Alzheimer

WASHINGTON (ddp.vwd). Mit einem neuen Verfahren kann Morbus Alzheimer möglicherweise schon Jahre vor den ersten Symptomen diagnostiziert werden: US-Forscher haben eine Software entwickelt, die anhand von Gehirnscans eine Abnahme der Stoffwechselaktivität im Hippocampus identifizieren kann.

Dieser Aktivitätsverlust im Hippocampus, die für Lernen und Erinnerungen zuständige Gehirnregion, gilt als frühestes Zeichen einer Alzheimerschen Krankheit. Über ihre neue Methode berichteten Dr. Lisa Mosconi von der New Yorker Universität und ihre Kollegen auf einer Tagung der US-Alzheimer Gesellschaft in Washington.

Mit dem Programm gelang es, den Hippocampus computergestützt zu lokalisieren und seine Aktivität zu bestimmen. Die Ergebnisse dieser Analysen seien sehr zuverlässig, so die Forscher. Sie bestimmten auf PET-Scans von 53 Patienten, die zum Aufnahmezeitpunkt augenscheinlich gesund waren, die Hippocampus-Aktivität. Bei 25 Probanden lag die Stoffwechselrate um 15 bis 40 Prozent niedriger als im Durchschnitt - sie bekamen Jahre später tatsächlich erste Symptome einer kognitiven Störung.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Medikamente auch einmal beherzt absetzen!

Viele Ärzte scheuen sich, Medikamente abzusetzen - obwohl sie wissen, dass dies Patienten oft hilft. Neuseeländische Wissenschaftler haben zwei paradoxe Gründe dafür gefunden. mehr »

Geht's auch etwas modischer in der Klinik?

Unsere Bloggerin Dr. Jessica Eismann-Schweimler hat Verständnis für die Klinik-Kleidungsvorschriften. Doch mit ein klein wenig Fantasie könnte man auch den unvermeidlichen Kasack hübscher gestalten, meint sie. mehr »

Sport im Alter schützt vielleicht vor Demenz

Dass Sport nicht Mord bedeutet, wissen Forscher schon lange. Jetzt haben Alters- und Sportwissenschaftler messen können, wie Sport das Gehirn im Alter verändert. Dient Fitness als Demenzprävention? mehr »