Ärzte Zeitung, 04.07.2006

Die Sommer-Akademie - mit Tests und PunktenBlutdruck gut eingestellt - das senkt das Demenzrisiko

Je länger die Therapie dauert, umso geringer das Risiko

HONOLULU (mut). Eine gute Blutdruckkontrolle bei Hypertonikern kann das Demenz-Risiko offenbar deutlich reduzieren. Das gilt selbst für Patienten, die bereits über 75 Jahre alt sind.

Eine Auswertung der Honolulu Asia Aging Study hat jetzt Hinweise aus anderen Studien bestätigt, wonach eine gute Blutdruckeinstellung das Demenzrisiko reduziert. In der Studie wurden Daten von über 1600 Männern mit normalem Blutdruck und von über 920 Hypertonikern ausgewertet. Die Männer, die zu Beginn knapp 77 Jahre alt waren und noch keine Demenz hatten, wurden von 1991 bis 1999 regelmäßig untersucht.

In dieser Zeit bekamen knapp sieben Prozent der Normotoniker eine Demenz. Bei Hypertonikern, die niemals behandelt worden waren, waren es 13,2 Prozent. Deutlich geringer war die Demenzrate bei Männern mit mindestens zwölf Jahre dauernder antihypertensiver Therapie: Sie lag bei fünf Prozent. Doch auch bei Männern, die erst seit wenigen Jahren behandelt wurden, war die Demenzrate reduziert: Sechs Prozent betrug sie bei fünf bis zwölf Jahren Therapie und elf Prozent bei weniger als fünf Jahren Therapie (Stroke 37, 2006, 1165).

Die Studienautoren schließen, daß auch ein später Start der antihypertensiven Therapie einer Demenz vorbeugt, und zwar umso besser, je besser die Blutdrucksenkung gelingt. So war bei mehr als zwölf Jahren Therapie die Demenzrate zwar auch dann reduziert, wenn die Blutdruckkontrolle weniger gut gelang - sie war um 45 Prozent geringer als bei unbehandelten Männern. Bei Männern mit gut eingestelltem Blutdruck (also unter 140 zu 90 mmHg) war die Rate jedoch um 77 Prozent reduziert.

Welche Optionen es zur Therapie bei Demenz gibt, darum geht es heute in der Sommer-Akademie im Ärztebereich. Und: Mit den Akademie-Folgen können Ärztinnen und Ärzte wieder CME-Punkte sammeln! Mit den 25 Folgen kann man insgesamt zehn CME-Punkte bekommen.

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