Ärzte Zeitung, 15.02.2007

Erhöht eine Vasektomie die Demenzgefahr?

CHICAGO (cin). Männer mit Vasektomie haben möglicherweise ein erhöhtes Risiko für eine bestimmte Demenzform, so Professor Sandra Weintraub und ihr Team in einer Mitteilung der Northwestern University in Chicago.

Sie verglichen 47 Männer mit Primärer Progressiver Aphasie, einer Demenzform, bei der Probleme mit dem Abrufen und Verstehen von Worten auftreten, mit 57 gleichaltrigen Männern ohne kognitive Defizite. Nur bei 16 Prozent der Gesunden war eine Vasektomie vorgenommen worden war, jedoch bei 40 Prozent der Demenzkranken.

Als mögliche Ursache der Demenz vermutet Weintraub das Unterbrechen der Blut-Testis-Schranke. Sie geht davon aus, dass nach der Op Samenflüssigkeit ins Blut gelangt. Dort würden dann Antikörper gebildet, die die Blut-Hirn-Schranke durchdringen und eine Demenz auslösen könnten.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Personal-Notstand auf deutschen Intensivstationen

Auf deutschen Intensivstationen fehlen mehr als 3000 Spezialpflegekräfte. Die Krankenhäuser wollen reagieren. Das Personal denkt über einen Großstreik nach. mehr »

HIV-Impfung generiert Immunantwort

Eine Impfung gegen HIV ist in frühen klinischen Studien. Erste Ergebnisse sind positiv. mehr »

Warum die Putzhilfe glücklich macht

Putzen, Wäsche waschen, Kochen: Viele Menschen empfinden all das als nervige Pflichten. Wer Geld hat, kann andere für sich arbeiten lassen - und fühlt sich dann zufriedener. Das haben Forscher herausgefunden. mehr »