Ärzte Zeitung, 26.04.2007

DAS SAGEN ARZNEIMITTELHERSTELLER

Reduzierter Pflegeaufwand, verzögerte Heimaufnahme

Für die vier Anbieter von Cholinesterase-Hemmern ist der Nutzen der Mittel durch das IQWiG nun anerkannt. Damit stehe die Einschätzung des Instituts im Einklang mit Empfehlungen internationaler und nationaler Leitlinien, teilen Janssen-Cilag, Novartis, Eisai und Pfizer in einer gemeinsamen Erklärung mit.

Sie kritisieren jedoch, dass das IQWiG aufgrund seiner Methodik viele Studien mit Wirksamkeitsnachweisen in Patienten-relevanten Bereichen nicht berücksichtigt habe - das betreffe vor allem Daten aus offenen Langzeitstudien. Nach Daten dieser Studien könnten die Arzneien auch den Pflegeaufwand senken, die Lebensqualität von Angehörigen und Patienten erhöhen und den Zeitpunkt einer Heimaufnahme hinauszögern.

Auch neuropsychiatrische Symptome seien in Studien durch Cholinesterase-Hemmer gelindert worden. In einer mündlichen Anhörung konnten die Unternehmen, Fachgesellschaften und Berufsverbände sowie Interessensvertreter von Patienten und Angehörigen auf diese Ergebnisse hinweisen. Dennoch seien die Resultate im Abschlussbericht nicht angemessen gewürdigt worden. (eb)

Das sagt das IQWIG:
Der Nutzen ist vor allem bei der Kognition belegt

Das sagen die Demenz-Experten:
Antidementiva im Leistungskatalog lassen!

Was Sie über das IQWIG wissen sollten:
Viele Studien nicht berücksichtigt
Keine Konsequenz für die Therapie

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Neuroprothese lässt Gelähmten wieder zugreifen

Eine Neuroprothese ermöglicht einem Tetraplegiker, mit einer Gabel zu essen. Sein Hirn wird dabei per Kabel mit Muskeln in Arm, Hand und Schulter verbunden. mehr »

Mord und Totschlag in deutschen Kliniken?

Eine umstrittene Studie zu lebensbeendenden Maßnahmen in Kliniken und Pflegeheimen erhitzt die Gemüter. mehr »

Psychotherapie-Richtlinie steht vor holprigem Start

16:10 Der Start der neuen Psychotherapie-Richtlinie am 1. April löst bei den Beteiligten keine Begeisterung aus. Die Kritik überwiegt. Lesen Sie die aktuellen EBM-Ziffern. mehr »