Ärzte Zeitung, 08.05.2009

Reha hat positive Effekte bei Demenz-Patienten

BERLIN (pe). Reha-Maßnahmen haben nach bisherigen Erkenntnissen zwar keinen Einfluss auf die Kognition von Demenz-Patienten. Sie können ihre Alltagsfähigkeiten aber etwas verbessern.

Darauf hat Dr. Norbert Lübke aus Hamburg hingewiesen. Er verwies dabei auf den Bericht zur nichtmedikamentösen Therapie bei Alzheimer-Demenz des IQWiG. Allerdings konnten zahlreiche Studien positive Effekte einer Reha bei Patienten belegen, bei der die Demenz eine rehabilitationsrelevante Nebendiagnose darstellt. Auswertungen deutscher Datenbanken ergaben, dass sich bei Patienten während einer geriatrischen Reha der Barthel-Index auch dann besserte, wenn kognitive Einschränkungen vorlagen. Das gelte zumindest für leichte bis mittelgradige Demenz, für schwere Demenz seien die Ergebnisse noch inkonsistent, so Lübke beim Zukunftsforum Demenz, einer Initiative des Unternehmens Merz.

Nach seiner Ansicht sollte Reha integraler Bestandteil der Versorgung von Demenzpatienten sein. Lübke forderte jedoch, hierbei aktuelle Erkenntnisse zu berücksichtigen - so sollte der Therapeut Tätigkeiten im alltagsnahen Kontext mit dem Patienten praktisch üben, indem er diese vormacht und regelmäßig wiederholt. Dabei müsse er eine tragfähige therapeutische Beziehung aufbauen. Besonders bei schwerer Demenz habe eine mobile geriatrische Reha wohl Vorteile gegenüber einer stationären, weil die Patienten nicht aus ihrer gewohnten Umgebung gerissen werden.

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