Ärzte Zeitung online, 09.07.2009

Studie: Demenzrisiko für glückliche Paare geringer

OSLO (dpa). Eine liebevolle und lebendige Paarbeziehung vermindert das Risiko für Altersdemenz erheblich. Wie die Osloer Zeitung "Aftenposten" am Donnerstag berichtete, hat Dr. Krister Håkansson vom schwedischen Karolinska Institut knapp 1500 Menschen aus einer Bevölkerungsstudie der 60er und 70er Jahre auf Faktoren für das Auftreten von Alzheimer oder andere Demenzleiden untersucht.

Dabei ergab sich nach seinen Angaben unter anderem eine Halbierung des generellen Durchschnittsrisikos, falls die Betroffenen bis ins Alter als glückliches Paar zusammengelebt hatten.

Im Fall der Scheidung konstatierte Håkansson dagegen eine Verdreifachung des Demenzrisikos. Sogar eine Versiebenfachung wurde für den überlebenden Teil eines Paares ermittelt, wenn der jeweilige Partner in mittleren Jahren verstorben war. Lebenslange Singles schnitten deutlich besser ab als geschiedene oder durch Tod getrennte Paare, aber schlechter als bis ins Alter zusammenlebende Paare.

Håkansson, der seine Ergebnisse beim europäischen Psychologenkongress in Oslo vorlegen wollte, meinte über weitere Hintergründe, die Heirat allein reiche nicht zur Verminderung des Risikos für Demenzerkrankungen: "Es sollte schon ein dynamisches Verhältnis sein, gerne auch mit Problemen, die das Gehirn stimulieren."

Als besonders gefährdet bezeichnete er Frauen und Männer, die ihren Partner durch Tod in relativ jungen Jahren verloren haben: "Das Gefühl von Hoffnungslosigkeit und Trauer ist hier besonders stark, und das hat ja große Ähnlichkeit mit der Gefühlslage von dementen Menschen."

Topics
Schlagworte
Demenz (1838)
Panorama (30147)
Krankheiten
Demenz (2940)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Mehr Metastasen

Immer mehr Männer mit Prostatakrebs in den USA haben schon bei der Diagnose Metastasen. Ihr Anteil hat sich fast verdoppelt. Auch die Inzidenz solcher Tumoren nimmt zu. mehr »

Deutsches Defizit

Diabetes-Prävention, Strategien gegen Polypharmazie, digitale Versorgungsangebote: Neue Initiativen gibt es zuhauf. Doch Patienten müssen davon wissen. Genauo daran hapert es aber. mehr »

"Einfache Ersttherapie ist für fast alle Patienten möglich"

Die antiretrovirale Therapie ist bei neu diagnostizierter HIV-Infektion stets angezeigt, und zwar unabhängig vom Stadium der Infektion oder der Helferzellzahl. mehr »