Ärzte Zeitung online, 11.09.2009

Pharma-Unternehmen kritisieren IGWiG wegen Berichts zu Alzheimer-Therapie

BERLIN (eb). Den Abschlussbericht des IQWiG zu Alzheimer-Medikamenten hat der Verband der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa) kritisiert. Eine Kernaussage lautet: Das IQWiG setzte sich über das Urteil von Zulassungsbehörden und Fachgesellschaften hinweg.

Nachdem das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) seinen Abschlussbericht vorgelegt hat, erklärte die Hauptgeschäftsführerin des vfa, Cornelia Yzer: "Das IQWiG umgeht erneut die internationalen Standards von Arzneimittelbewertungen. Durch die Anwendung zahlreicher methodischer Kunstgriffe setzt sich das Kölner Institut über die Ergebnisse der Zulassungsbehörden und der internationalen Fachgesellschaften für evidenzbasierte Medizin hinweg. Alzheimerpatienten und deren Angehörige werden dadurch hinsichtlich einer zugelassenen und nachweislich wirksamen Therapie verunsichert. Patienten und ihren Angehörigen bleibt nur zu hoffen, dass die Alzheimerforschung nicht durch praxisferne Bewertungsmaßstäbe ausgebremst wird."

Der vfa ist der Verband der forschenden Pharma-Unternehmen in Deutschland. Er vertritt die Interessen von 50 weltweit führenden Herstellern und ihren über 100 Tochter- und Schwesterfirmen in der Gesundheits-, Forschungs- und Wirtschaftspolitik. Die Mitglieder des vfa repräsentieren rund zwei Drittel des gesamten deutschen Arzneimittelmarktes und beschäftigen in Deutschland rund 90 000 Mitarbeiter. Mehr als 17 000 davon arbeiten in Forschung und Entwicklung.

http://www.vfa.de/onlinepk

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