Ärzte Zeitung online, 12.11.2009

Glasfenster im Schädel von Alzheimer-Mäusen

GRAINAU/FRANKFURT (dpa). Die junge Münchner Biologin Melanie Meyer-Lühmann hat für ihre mikroskopischen Untersuchungen an Mäusen einen der höchstdotierten Preise in der Alzheimerforschung erhalten. Bei einem Fachkongress in Grainau zu Füßen der Zugspitze erhielt die 35-Jährige am Mittwochabend den mit 100 000 Euro verbundenen Alzheimerforschungspreis der Hans und Ilse Breuer Stiftung.

Der Biologin ist es laut vorab verbreiteter Mitteilung der Stiftung gelungen, die Entstehung von Alzheimer bei Mäusen mit modernster mikroskopischer Techniken sichtbar zu machen. Dafür sei den Mäusen ein Glasfenster eingepflanzt worden, sodass am lebenden Gehirn untersucht werden konnte, wie sich dort Protein-Fragmente zu harten Alzheimer-Plaques ansammeln und verklumpen.

Professor Christian Haass von der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) nannte Meyer-Lühmann eine Ausnahmewissenschaftlerin, die einen wichtigen Durchbruch in der Alzheimerforschung erzielt habe. Ihre Arbeit sei für das Verständnis von Alzheimer und die Entwicklung von Medikamenten von herausragender Bedeutung. Meyer-Lühmann ist seit Oktober 2008 an der LMU als Emmy-Noether Stipendiatin der Deutschen Forschungsgemeinschaft tätig.

Alzheimer gilt bisher als nicht heilbar. Allein in Deutschland sind rund eine Million Menschen betroffen. Mit dem Forschungspreis werden Wissenschaftler unterstützt, die zu entscheidenden Fortschritten in der Alzheimer-Forschung beitragen. Die Hans und Ilse Breuer Stiftung hat sich zur Aufgabe gemacht, die Lebenssituation von Demenzkranken und ihren Angehörigen entscheidend zu verbessern. Sie wurde im Jahr 2000 von dem Unternehmer Hans Breuer gegründet und hat ihren Sitz in Frankfurt a. Main.

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