Samstag, 11. Februar 2012
Ärzte Zeitung online, 09.02.2010

Neuer Scanner ermöglicht bessere Früherkennung von Demenz

ROSTOCK (eb). 90 Prozent der Demenzerkrankungen lassen sich durch eine Untersuchung mit einem neuen Magnetresonanztomografen (MRT) früher erkennen. Das Uniklinikum Rostock sucht dafür Patienten und will eine Trainingsgruppe aufbauen.

Mit dieser neuen Technologie könne frühzeitig festgestellt werden, ob Menschen mit leichten Fällen von Vergesslichkeit oder Unkonzentriertheit eine Demenz bekommen oder ob es sich um 'normale‘ Altersbeschwerden handelt, die keinen Grund zur Besorgnis darstellen, so Professor Stefan Teipel vom Uniklinikum Rostock. Der moderne MRT liefert Bilder von Veränderungen in bestimmten Hirnregionen, die auf eine Demenz hinweisen. Dies wurde kürzlich in führenden internationalen Fachzeitschriften publiziert.

Teipel will die Demenz-Früherkennung in Rostock weiter ausbauen und sucht daher Patienten, die sich am Klinikum untersuchen lassen wollen. Gesucht werden Menschen ab 65 Jahre, die unter leichter Vergesslichkeit oder ähnlichen Symptomen leiden und gerne an dieser Studie teilnehmen möchten, so Teipel. Dazu gehört die Bereitschaft zu einem ausführlichen Arztgespräch und einer Untersuchung mit dem MRT. Die Untersuchung ist für Patienten ohne Herzschrittmacher, unbedenklich, da Sie lediglich auf der Anwendung von Magnetfeldern beruht, so der Experte.

Wenn sich bei der Untersuchung herausstellt, dass der Betroffene tatsächlich ein erhöhtes Risiko für das Auftreten einer Demenz hat, bietet die Uniklinik Rostock Trainingsgruppe oder die Teilnahme an einer bundesweit durchgeführten Studie zur Wirksamkeit neuer Therapieverfahren an, so Teipel weiter. Entsprechende Gedächtnistrainingsgruppen befinden sich am Uniklinikum Rostock derzeit im Aufbau. In Gruppen von jeweils zwölf Teilnehmern werden gemeinsam Möglichkeiten des Gedächtnistrainings erlernt sowie die Interaktion der Betroffenen untereinander geübt.

Interessenten melden sich in der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Universitätsklinikum Rostock (AöR), Gehlsheimer Straße 20, 18147 Rostock, Tel. 0381 494-4767.

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