Ärzte Zeitung online, 09.02.2010

Schlechte Exekutiv-Funktionen bei Hypertonikern? Dann ist die Demenzgefahr groß

LONDON (mut). Sind bei alten Menschen mit Bluthochdruck bereits kognitive Exekutiv-Funktionen beeinträchtigt, deutet dies auf den Beginn einer Demenz.

Bluthochdruck im mittleren Lebensalter ist bekanntlich ein Risikofaktor für eine Demenz. Haben ältere Menschen jedoch schon leichte kognitive Einschränkungen, ist das Demenzrisiko von Hypertoniker ähnlich hoch wie das von Menschen ohne Bluthochdruck. Lediglich bei isolierten Einschränkungen der Exekutivfunktion entwickeln Hypertoniker häufiger eine Demenz, lautet das Ergebnis einer kanadischen Studie.

Teilgenommen an der Studie hatten 990 Menschen mit leichten kognitiven Einschränkungen (mild cognitive impairment, MCI), die aber noch keine Demenz hatten. Von diesen, im Schnitt 83 Jahre alten Teilnehmern, waren nach fünf Jahren etwa zwei Drittel demenzkrank. Dabei machte es keinen signifikanten Unterschied, ob die Teilnehmer zu Beginn der Studie eine Hypertonie hatten oder nicht.

Betrachteten die Forscher jedoch genauer, welche kognitiven Funktionen zum Studienbeginn beeinträchtigt waren, ergaben sich einige Unterschiede. Hatten Teilnehmer eine Hypertonie, und waren bei der Kognition ausschließlich Exekutivfunktionen gestört - etwa Entscheidungen Treffen oder die Gedanken ordnen - dann war die Demenzrate mehr als doppelt so hoch wie bei Teilnehmern mit ebenfalls gestörter Exekutivfunktion, aber normalem Blutdruck (58 versus 28 Prozent). War dagegen das Gedächtnis alleine oder in Kombination mit Exekutivfunktionen gestört, gab es bei der Demenzrate nach fünf Jahren keine Unterschiede zwischen Menschen mit und ohne Hypertonie.

Als Erklärung geben die Forscher um Dr. Shahram Oveisgharam aus London in Kanada an, dass eine Hypertonie vor allem über vaskuläre Schäden zur Demenz führt - und dies mache sich zunächst durch Störungen der Exekutiv-Funktionen, nicht aber primär des Gedächtnisses bemerkbar. (Arch Neurol 67, 2010, 187).

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