Ärzte Zeitung online, 19.02.2010

Neue Protein-Therapie soll künftig gegen Alzheimer helfen

LE KREMLIN BICêTRE CEDEX (eb). Bislang gibt es noch keine Therapie, die die Entwicklung von Alzheimer aufhalten könnte. Forscher aus Frankreich haben ein im Gehirn natürlich vorhandenes Protein identifiziert, das gegen die Alzheimerkrankheit wirksam sein könnte: das Protein FKBP52.

2007 bewiesen Professor Etienne-Emile Baulieu leiter das Institut Baulieu und Béatrice Chambraud, dass das Protein FKBP52 mit den zerebralen Mikrotubuli interagiert. Diese kleinen Kanäle im Gehirn sind für die Funktionsfähigkeit der Neuronen und die zelluläre Kommunikation unentbehrlich. Durch diese Interaktion kann das Protein die deletäre Entwicklung des Tau-Proteins blockieren, welches sich an den Mikrotubulus heftet (PNAS 2010, online vorab). In einer nächsten Phase wollen die Forscher, in Zusammenarbeit mit Kollegen aus Großbritannien und Australien, Experimente zu Alzheimer an Tiermodellen durchführen.

Das Gehirn von Alzheimerpatienten ist durch zwei Verletzungsmuster gekennzeichnet: einerseits durch die Ablagerung von Plaques (bestehend aus fehlerhaft gefalteten Beta-Amyloid-(Abeta-) Peptiden) auf den Neuronen, anderseits durch die Akkumulation von Tau-Proteinen in diesen Neuronen. Diese zweite Form der Schädigung wollen die Forscher nun mithilfe des Proteins FKBP52 behandeln.

1992 entdeckten und klonten die Wissenschaftler das Protein FKBP52. Es gehört zur Familie der Immunophilinen, Proteine, die sich an bestimmte immunosuppressive Arzneimittel binden. Da dieses Protein in besonders hoher Konzentration im Gehirn vorkommt, gingen die Forscher davon aus, dass es auch andere Funktionen als rein immunologische haben könnte.

Abstract der Originalstudie: "A role for FKBP52 in Tau protein function"

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