Ärzte Zeitung online, 21.10.2010

Alzheimer-Protein kann von Bauch ins Hirn wandern

TÜBINGEN (dpa). Proteinbruchstücke, die für Alzheimer mitverantwortlich sind, können aus anderen Körperteilen ins Gehirn wandern und dort Schaden anrichten. Das haben Forscher des Hertie-Instituts für Hirnforschung an der Universität Tübingen zusammen mit anderen Kollegen festgestellt, wie sie im Wissenschaftsjournal "Science" (online vorab) vom Donnerstag berichten.

Sie injizierten die Bruchstücke mit dem Namen beta-Amyloid in den Bauchraum genveränderter Mäuse. Später zeigten sich bei den Versuchstieren dann Veränderungen im Gehirn, wie sie typischerweise auch bei Alzheimer-Patienten vorkommen.

Die Frage sei deshalb, sagte der Zellbiologe Mathias Jucker, ob es im Körper oder der Umwelt eine bestimmte Substanz gebe, die Alzheimer-Veränderungen im Gehirn auslösen könne.

Als vergleichbar mit den neuen Erkenntnissen sehen die Forscher sogenannte Prionenerkrankung an. Dazu gehört etwa die Rinderseuche BSE. Auch sie könne hervorgerufen werden, wenn die Prionen nicht direkt ins Gehirn, sondern in andere Teile des Körpers gespritzt würden.

Doch gebe es bislang keine Hinweise darauf, dass sich Alzheimer auf natürlichem Wege übertragen könne - wie eine Prionenerkrankung.

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