Ärzte Zeitung online, 24.02.2011
Alzheimer ist oft die falsche Diagnose bei Demenz
Etwa die Hälfte der Patienten mit einer Alzheimer-Diagnose hat nach aktuellen Daten gar kein Morbus Alzheimer, sondern eine andere Demenzform.

An Demenz erkrankt: Nicht immer ist es Alzheimer.
© Scott G. / panthermedia.net
HONOLULU (mut). Morbus Alzheimer gilt nach wie vor als die häufigste Demenzerkrankung. Doch möglicherweise wird bei vielen älteren Demenzpatienten pauschal eine Alzheimer-Demenz diagnostiziert, obwohl sie eine andere Demenzform haben, berichtet ein Ärzte-Team um Dr. Lon White aus Honolulu auf Hawaii.
Die Ärzte hatten post-mortem die Gehirne von 426 Menschen auf histologische und morphologische Spuren einer Demenz untersucht. Bei 211 war vor dem Tod eine Demenz diagnostiziert worden, überwiegend eine Alzheimer-Demenz.
Jedoch ließen sich nur bei der Hälfte der vermeintlichen Alzheimer-Patienten die typischen Alzheimer-Läsionen und Beta-Amyloid-Ablagerungen nachweisen.
Die übrigen hatten Mikroinfarkte, die für eine vaskuläre Demenz sprechen oder Lewy-Körperchen-Ablagerungen, Hippocampussklerosen sowie generalisierte Hirnatrophien, wie sie für andere Demenzformen typisch sind.
Die Forscher geben jedoch zu bedenken, dass die Differenzialdiagnose mit zunehmendem Alter immer schwieriger wird.
So haben treten verschiedene neurodegenerative Prozesse bei betagten Menschen oft gleichzeitig auf, und auch per Bildgebung lasse sich dann oft nicht mehr zuverlässig klären, welche Demenzform dominiert, heißt es in einer Mitteilung der American Academy of Neurology (AAN).
Daten der Studie werden Anfang April auf der Jahrestagung der AAN in Honolulu vorgestellt.

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