Ärzte Zeitung online, 12.09.2011

Hohe Auszeichnung für Protein-Forscher am Max-Planck-Institut

Martinsried (dpa). Seine Forschungsergebnisse könnten eines Tages Alzheimer-Patienten helfen: Der Direktor am Max-Planck-Institut für Biochemie in Martinsried bei München, Professor Franz-Ulrich Hartl, erhält den renommierten Albert-Lasker-Preis für medizinische Grundlagenforschung.

Er teilt sich die mit 250.000 US-Dollar - umgerechnet rund 183.000 Euro - verbundene Auszeichnung mit Professor Arthur L. Horwich von der Yale Universität in den USA, wie die Max-Planck-Gesellschaft am Montag mitteilte.

Überreicht wird Hartl der Preis am 23. September von der Lasker-Stiftung in New York.

Forschung auf dem Gebiet der Proteine

Hartl forscht auf dem Gebiet der Proteine (Eiweiße). Hartl und Horwich hätten als erste erkannt, dass nicht alle Proteine in der Lage sind, sich spontan und ohne Hilfe in Zellen zu falten, heißt es in der Mitteilung.

Sie entdeckten ein als Chaperonin bezeichnetes Protein, das als zylindrisch geformtes Molekül mit Deckel andere Eiweiße in seinem Innern von störenden äußeren Einflüssen abschirmt und so bei der Faltung unterstützt.

Ergebnisse könnten bei Therapie von Alzheimer und Parkinson dienen

"Durch die Entschlüsselung der Wirkmechanismen dieser großartigen Maschinen haben die Forscher der Medizinwelt ein Grundverständnis darüber gegeben, wie Proteine ihr biologisches Potenzial erreichen", zitiert die Max-Planck-Gesellschaft die Präsidentin der Stiftung, Maria C. Freire.

Lasker-Stiftung 1942 gegründet

Da die fehlerhafte Faltung von Proteinen auch eine Rolle bei Krankheiten wie Alzheimer und Parkinson spielt, könnten die Ergebnisse in Zukunft einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung neuer Wirkstoffe für die Behandlung dieser Krankheiten leisten.

Die von Albert Lasker und seiner Frau Mary Woodard 1942 gegründete Lasker-Stiftung fördert die medizinische Forschung. Zahlreiche Träger der Lasker Awards erhielten später einen Nobelpreis.

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