Ärzte Zeitung, 29.04.2015

Demenz

Welche Stoffe in Oliven schützen?

FRANKFURT/DARMSTADT. Längst gilt als erwiesen: Wer sich mediterran ernährt und körperlich und geistig aktiv ist, wird weniger wahrscheinlich an Demenz leiden.

Vor allem Oliven scheinen dabei eine Rolle zu spielen, teilt die Universität Frankfurt/Main mit. Doch welche Inhaltsstoffe der Frucht sind es genau, die so hilfreich wirken?

Dies wollen Forscher der Frankfurter Uni, der TU Darmstadt und des Darmstädter Unternehmens N-Zyme BioTec herausfinden. Das auf drei Jahre angelegte Projekt "NeurOliv" hat ein Projektvolumen von 1,3 Millionen Euro und wird im Rahmen der High-Tech Initiative KMU-innovativ Biochance vom Bundesministerium für Forschung und Bildung gefördert, so die Uni Frankfurt.

Ziel des Projekts "NeurOliv" ist es, mit Hilfe der Olivenstoffe neue funktionelle Lebensmittel für die alternde Gesellschaft entwickeln zu können, die vor der Alzheimerkrankheit schützen, heißt es in der Mitteilung.

"Wir wollen prüfen, ob Olivenpolyphenole auch einen Beitrag zur Heilung der Krankheit leisten können. Daher sehen wir unsere Produkte auch im Bereich der Arzneimittel angesiedelt", wird Dr. Joachim Tretzel, Geschäftsführer von N-Zyme BioTec GmbH, in der Mitteilung zitiert.

Das Team um Professor Heribert Warzecha am Fachbereich Biologie der TU Darmstadt befasst sich mit der Entwicklung neuer biotechnologischer Verfahren, um die spezifischen Pflanzenstoffe zu gewinnen. Mit den entsprechenden genetischen Informationen sollen Bakterienkulturen helfen, Inhaltsstoffe in reiner und definierter Form darzustellen.

Die Arbeitsgruppe "nutritional-neuroscience" des Lebensmittelchemikers PD Dr. Gunter Eckert von der Universität Frankfurt wird die Wirksamkeit dieser biotechnologisch hergestellten Olivenstoffe testen.

Dabei werden zunächst die Olivenstoffe in Zellkulturmodellen getestet, die möglicherweise vor der Alzheimer Krankheit schützen. "Wir sehen uns vor allem Veränderungen in den Mitochondrien an, die sich bei der Alzheimer-Krankheit schon früh verändern", so Eckert.

Die aktivsten Verbindungen sollen dann in einem Mausmodell der Krankheit zeigen, dass sie die Gehirnfunktion verbessern können. (eb)

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