Ärzte Zeitung, 07.03.2005
In Deutschland haben sechs Millionen Menschen Diabetes mellitus, und es werden immer mehr. Zur Aufklärung startet am 11. März eine bundesweite Diabetes-Aktion unter dem Titel "Gesünder unter Sieben". Die Hauptbotschaft: Bei jedem Diabetiker sollte der HbA1c unter sieben Prozent liegen, sonst drohen schwere Folgekrankheiten.

Diabetes-Aktion hat den HbA1c im Focus

Aktionstage in sieben deutschen Städten / Experten zum Anfassen und kostenlose Diabetes-Risikochecks / Medienpartner ist die "Ärzte Zeitung" 

Von Wolfgang Geissel

Sieben ist für Diabetiker eine wichtige Zahl. Sie gibt den Schwellenwert an, unter dem der HbA1c-Wert als Marker für die Qualität der langfristigen Blutzuckerkontrolle liegen sollte.

Steigt wegen ungenügender Blutzuckereinstellung der Wert auf über sieben Prozent an, erhöht sich bei einem Zuckerkranken das Risiko für schwere Folgekrankheiten wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Nierenversagen oder Erblindung.

"Wissen, was bei Diabetes zählt: Gesünder unter sieben", heißt deshalb eine große Aufklärungsaktion zu Diabetes. An sieben Wochenenden, in sieben deutschen Städten wird dabei zu sieben Diabetes-Themen informiert. Getragen wird die Aktion vom Arzneimittel-Hersteller Sanofi-Aventis.

Partner sind unter anderen die "Ärzte Zeitung", der Bundesverband niedergelassener Diabetologen (BVND), die Arbeitsgemeinschaft niedergelassener diabetologisch tätiger Ärzte (AND) und der Verband der Diabetes Beratungs- und Schulungsberufe in Deutschland (VDBD).

Sieben Städte – sieben Termine
Aktionstage an sieben Wochenenden: Beginn ist am 11. März in Berlin und Ende am 14. Mai in München. Getragen wird die Aktion von Sanofi-Aventis. Partner sind unter anderen die "Ärzte Zeitung", der Bundesverband niedergelassener Diabetologen (BVND) und die Arbeitsgemeinschaft niedergelassener diabetologisch tätiger Ärzte (AND).

Von Dresden bis Mühlheim an der Ruhr und von Hamburg bis München können Besucher und Betroffene aus der ganzen Bundesrepublik zwischen März und Mai in großen Einkaufszentren ihr Wissen zu Diabetes vertiefen. An Informationsständen stehen dazu Ärzte, Apotheker und Diabetes-Experten aus der Region Rede und Antwort.

Darüber hinaus wird umfangreiches Informationsmaterial angeboten, Experten halten stündlich Vorträge zu wichtigen Themen wie Früherkennung, Prävention, Ernährung und Sport, Bluthochdruck sowie Diabetischem Fuß. Besucher können einen kostenlosen Diabetes-Risikocheck machen, das heißt, sich den Blutzucker und den Blutdruck messen lassen.

Auch der Taillienumfang wird auf Wunsch bestimmt - ein einfaches und zuverlässiges Maß für das innere Bauchfett, das Hinweise auf einen möglichen Diabetes mellitus gibt und zudem ein Risikofaktor für Herz-Kreislauferkrankungen ist.

Mit von der Partie ist auch ein umgebauter Kleinbus - das Infomobil Diabetes. Darin können sich Zuckerkranke ihren HbA1c-Wert messen lassen. Nach Studienergebnissen liegt dieser Wert bei fast jedem zweiten Typ-2- Diabetiker in Deutschland über 7,5 Prozent und deutet damit auf eine mangelhafte Blutzuckerkontrolle.

In Kombination mit anderen Risiken wie Hypertonie und Fettstoffwechselstörungen kommt es deshalb unter Diabetikern hierzulande alle zwölf Minuten zu einem Schlaganfall, alle 19 Minuten zu einem Herzinfarkt, alle 19 Minuten zu einer Amputation und alle 60 Minuten zu einem Nierenversagen mit Dialysepflicht.

Abgesehen von dem schweren Leid für Betroffene baut sich hierdurch im Gesundheitswesen eine riesige Kostenlawine auf.

Aufklärung über Prävention und Früherkennung von Diabetes mellitus und die schweren Folgekrankheiten sowie über die optimale Therapie ist Ziel der bundesweiten Aktion.

Lesen Sie dazu auch:
Ministerin Künast eröffnet die Aktion

Die Komplikationen des Diabetes mellitus
Dialyse

 

Herzinfarkt
Foto: klaro
Foto: imago
Diabetes ist in Deutschland die häufigste Ursache von chronischem Nierenversagen, das nach etwa 15 bis 20 Krankheitsjahren auftreten kann. Über 8000 Diabetiker werden jedes Jahr dialysepflichtig. Mehr als drei Viertel aller Diabetiker sterben an Herzkrankheiten. Über 27 000 bekommen pro Jahr einen Herzinfarkt. Gute Einstellung von Blutzucker, Blutdruck und anderen Risiken beugen vor.

Diabetischer Fuß
 

Schlaganfall
Foto: klaro
Foto: Photodisc
Nervenschäden und Durchblutungsstörungen begünstigen Verletzungen und stören die Heilung. Diabetische Fußgeschwüre sind oft die Folge. Dadurch kommt es pro Jahr zu 25 000 bis 30 000 Amputationen. In Kombination mit hohem Blutzucker haben Diabetiker oft Hypertonie und Fettstoffwechselstörungen. Eine Folge: Alle zwölf Minuten bekommt ein Diabetiker in Deutschland einen Schlaganfall.

Erblindung
Foto: dpa
Ein Diabetes mellitus schädigt die kleinen Gefäße im Auge. Durch Retinopathie und andere Augenkrankheiten verlieren in Deutschland jedes Jahr 3000 bis 4000 Diabetiker ihr Augenlicht.

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